
(c) Top of Tyrol/ Tirol.at
Tirol für Architektur-Fans: Highlights und die besten Designhotels zum Übernachten
Tirol wird oft über seine Topografie erzählt: Höhenmeter, Panoramen, Jahreszeiten. Dabei übersieht man leicht, wie konsequent hier seit Jahrzehnten gebaut, gedacht und experimentiert wird.
Tirol wird oft auf seine Berge reduziert. Auf Gipfel, Höhenmeter, Postkartenpanoramen. Dabei passiert das eigentlich Spannende dazwischen: in Gebäuden, die sich mit Landschaft anlegen, in Kulturbauten, die internationale Maßstäbe setzen, und in Architektur, die Extrembedingungen nicht kaschiert. Zwischen schroffen Gipfeln und tiefen Tälern ist eine Architektur-Szene entstanden, die mutig mit Traditionen bricht und internationale Maßstäbe setzt.
Icons & Landmarks
Der Klassiker mit neuem Gesicht sind die Swarovski Kristallwelten in Wattens. Was als Hommage zum 100-jährigen Jubiläum begann, ist heute ein 7,5 Hektar großes Gesamtkunstwerk. Während der ikonische „Riese“ von André Heller die unterirdischen Wunderkammern bewacht – gestaltet von Größen wie Yayoi Kusama oder James Turrell –, ist der Garten ein Spielplatz der zeitgenössischen Architektur. Das Büro Snøhetta hat hier eine Spiellandschaft entworfen, die organisch mit der Natur verschmilzt, während das schwarz-weiße „Carousel“ von Jaime Hayon einen surrealen Kontrast zum Grün bildet.
(c) Jaime Hayon
In Innsbruck trifft man auf die Handschrift der Grande Dame der Architektur: Zaha Hadid. Die Hungerburgbahn mit ihren organischen Dachformen, inspiriert von Eis- und Schneelandschaften, und die futuristische Bergisel Sprungschanze sind Paradebeispiele für dynamische Eleganz, die sich trotzdem harmonisch in die Topografie einfügt.
(c) Bergisel
Wer das Extreme sucht, findet es am Pitztaler Gletscher. Das Café 3.440 schmiegt sich wie eine Schneewechte an den Fels, inklusive einer freischwebenden Terrasse auf über 3.400 Metern. Ähnlich spektakulär, aber funktionaler, ist die Stüdlhütte am Großglockner. Ihre tonnenförmige Bauweise und das aluminiumgedeckte Dach trotzen Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h – Architektur als Überlebenskunst.
(c) Café 3.440
Für Ästhetik-Fans im Tal lohnt ein Blick auf das Haus der Musik in Innsbruck, dessen Keramiklamellen-Fassade je nach Sonnenstand die Farbe wechselt, oder das Naturparkhaus Längenfeld, wo sich Beton so täuschend echt als Holz verkleidet, dass man zweimal hinschauen muss.
(c) Naturpark Ötztal
Where to Stay:
Gutes Design endet in Tirol nicht an der Hoteltür. Die neue Generation der Gastgeber versteht Architektur als Teil des Lifestyles.
Coolnest
Wer es unkonventionell mag, checkt im Coolnest ein. Stefan und Verena Eder haben hier einen gesellschaftlichen Treffpunkt geschaffen, der sich als „lebende Ausstellung“ versteht. Überall im Haus trifft man auf Pop-Art, Collagen von Anton Unai und Murals des Streetart-Künstlers Onur. Jährliche „Art Residencies“ sorgen dafür, dass das Hotel visuell niemals stillsteht – ein bunter, kreativer Kontrast zur klassischen Bergwelt.
(c) coolnest Designhotel
Arthotel Elizabeth
Das Elizabeth ist wohl das progressivste Statement der alpinen Hotellerie. Die Fassade ist ein computergeneriertes System aus Einzelkomponenten, das die Identität des Hauses nach außen trägt. Hier wurde die „Lederhose“ architektonisch ausgezogen: Das Jodeln ist nur noch aus der Ferne hörbar, im Inneren regiert zeitgenössische Kunst. Die Lobby und Erschließung sind als vertikale Galerie konzipiert, in der Artist Talks und Vernissagen stattfinden.
(c) Elizabeth Arthotel, Ischgl
Am Schwarzsee zeigt man, wie Nachhaltigkeit ästhetisch funktioniert. Die Architektur der Firn Architekten setzt konsequent auf unbehandeltes Lärchenholz. Der Clou: Durch die Bewitterung nähert sich die Farbe des Gebäudes mit der Zeit der des Waldes an. Begrünte Dächer lassen das Hotel fast vollständig in der natürlichen Umgebung verschwinden – Luxus im Einklang mit der Ökologie.
(c) Alpenhotel Kitzbühel
Kaiserlodge
In der Kaiserlodge verschmelzen die Freiheit eines Ferienhauses und der Service eines Luxushotels. Die traditionelle Tiroler Bauweise wurde hier mit natürlichen Materialien in die Moderne übersetzt. Highlight ist das Wellnessdeck auf dem Dach und die Penthouses mit direktem Zugang zum 1.300 m² großen Badesee. Es ist der perfekte Ort für alle, die alpines Design ohne Schnörkel suchen.
(c) Kaiserlodge



