
Studio trifft Sammlung
Laura Gärna denkt Räume vom Ganzen her – Architektur, Interior und Kunst entstehen bei ihr gleichzeitig. In Madrid zeigt sich das nicht nur im Studio, sondern auch in der Galerie im gleichen Haus.
Wer Laura Gärna in ihrem Studio samt Galerie besucht, versteht schnell, warum ihre Räume so funktionieren, wie sie es tun. Sie hört genau hin, denkt in Bildern und hat ein feines Gespür dafür, wann ein Raum fertig ist – und wann eben noch nicht. Ihr Studio in Madrid vereint Architektur, Interior Design, Bau und Kunst unter einem Dach. Nicht als Zusatz, sondern als Selbstverständnis.
Hier wird nicht erst geplant und dann eingerichtet. Alles passiert gleichzeitig: Grundriss, Materialien, Licht, Möbel und Kunst greifen ineinander. Räume entstehen nicht Schicht für Schicht, sondern als Gesamtkomposition.
Nach Stationen in Madrid, Mailand, Portugal, den USA und England bringt Laura Gärna heute fast 20 Jahre Erfahrung mit – und eine klare Haltung: Ein Zuhause ist mehr als Funktion. Es ist ein Ort, der sich richtig anfühlen muss. Besonders sichtbar wird das in der Verbindung von GÄRNA Studio und GÄRNA Gallery, die sich im selben Gebäude befinden. Man geht nicht von einem Ort zum anderen – man bewegt sich innerhalb derselben Idee.
Kunst und Collectibles ziehen sich bei Laura Gärna wie ein roter Faden von der Galerie bis in die Projekte. © Manolo Yllera
Die Galerie ist dabei kein Showroom für fertige Projekte, sondern ein eigenständiger Raum für künstlerische Positionen. Ein Ort, an dem Kunst entsteht, gezeigt wird und in Beziehung tritt – zu den Menschen, aber auch zu den Räumen, die das Studio entwirft. Diese Nähe zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Fernando de Ana und Verónica Mar. Seine Arbeiten sind präzise, fast still – und trotzdem überraschend. Ihre wirken organischer, näher an Natur und Material. Zwei sehr unterschiedliche Positionen, die genau deshalb auch in der Kombination so gut funktionieren.
Bei GÄRNA wird Kunst nicht als letzter Schritt gedacht. Sie ist Teil der Idee. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich die Räume so selbstverständlich anfühlen.
Die GÄRNA GALLERY lädt zum Verweilen und Entdecken ein – in den Büchern auf dem langen Tisch darf man gerne blättern.
Im Gespräch
5 Fragen an Laura Gärna.
Madrid ist gerade dabei, sich neu zu positionieren. Was macht die Stadt für dich so spannend?
Madrid ist im Moment einfach der Ort, an dem viel passiert. Es gibt diese besondere Mischung aus Tradition und Gegenwart – und eine sehr lebendige Szene aus Architekten, Designern und Künstlern, die sich ganz natürlich miteinander verbindet.
Du bewegst dich zwischen Architektur und kuratorischer Arbeit. Wie beeinflusst sich das?
Für uns gehört das von Anfang an zusammen. Architektur, Interior, Bau, Landschaft und Kunst werden gleichzeitig gedacht – dadurch entsteht ein ganzheitliches Erlebnis.
Wann kommt Kunst ins Spiel?
Eigentlich immer. Für mich war Kunst nie ein Zusatz. Ein Raum ist erst dann vollständig, wenn er auch emotional funktioniert – und Kunst spielt dabei eine große Rolle.
Momentan zeigst du Fernando de Ana & Verónica Mar – was verbindet dich mit ihren Arbeiten?
Fernando begleitet uns schon lange. Seine präzise Arbeitsweise und sein Umgang mit Materialien passen sehr gut zu unserer Haltung. Verónica ist eine neuere Entdeckung – ihre Nähe zur Natur und ihre Materialität spiegeln vieles von dem wider, was wir auch in unseren Projekten suchen.
Was passiert aktuell in der Designszene Madrid?
Man merkt, dass Kunst und Design stärker zusammenrücken. Formate wie FORMA zeigen das sehr gut. Ich glaube, dass genau diese Zusammenarbeit die Zukunft ist.
Laura Gärna mit Fernando de Ana und Verónica Mar auf der FORMA Madrid
Laura Gärna im Wordrap
Madrid in einem Material
Granit
Stein oder Textil?
Beides
Tageslicht oder Kerzenschein?
Tageslicht
Kaffee oder Wermut?
Matcha oder Wein
Perfektion oder Charakter?
Charakter
Kunst zuerst oder Raum zuerst?
Beides gehört zusammen
Stille oder Diskurs?
Stille
Form follows function oder form follows material?
Form follows function
Eine Galerie, um dort einen ganzen Nachmittag zu verbringen?
Galería Parra & Romero
Ein Ort in Madrid, der immer wieder inspiriert?
Mein Garten – mit meiner Familie

Parra & Romero: Eine Galerie, in der man Laura Gärna häufig treffen kann. Aktuell zu sehen: Jeff Wall and Ian Wallace © Roberto Ruiz
Visiting – Laura Gärna
Vielleicht der schönste Einstieg, um Madrid über Raum und Kunst zu entdecken.
STUDIO & GALLERY
12, Jorge Juan St.
28001 Madrid
Titelbilder: © Laura Gärna












