Kunst & Kultur

Kramer Werkhalle: Neuer Kulturort für zeitgenössische Kunst in Niederösterreich

Zwischen den kraftvollen Farben von Hermann Nitsch, dem Design von Paola Lenti und den kulinarischen Highlights von Toni Mörwald erlebten 200 Gäste den Aufbruch eines visionären Generationenwerks.

Von Julia Weninger

Am 28. Mai fand in Zöfing bei Tulln ein besonderer Auftakt statt: Vor über 200 Gästen wurde die Kramer Werkhalle eröffnet. Eingebettet in das Areal von Kramer und Kramer am Auberg, verbindet dieser neue Ort für zeitgenössische Kunst Architektur, Natur und hochkarätige Kultur. Ein sonniger Nachmittag, der den feierlichen Rahmen für ein ambitioniertes Generationenprojekt bildete.

Fließende Übergänge: Architektur und Design

Schon der Eingang stimmte die Gäste auf das Konzept ein: Ruhige, skulpturale Gefäße von Domani flankierten den Zutritt, während die farbintensiven Außenmöbel und Textilien von Paola Lenti den Übergang von der Landschaft in den Innenraum gestalteten. Drinnen und Draußen gingen hier nahtlos ineinander über.

Die Werkhalle selbst – eine behutsam revitalisierte Produktionshalle, die ursprünglich vom Großvater der Familie erbaut wurde – bot den idealen Rahmen für die Eröffnungsausstellung: Hermann Nitsch — Walküre, realisiert in Kooperation mit der Nitsch Foundation. Die großformatigen Boden- und Wandschüttbilder, die 2021 für die Bayreuther Festspiele entstanden, füllten den Raum mit einer enormen visuellen Intensität. Rita Nitsch, die Witwe des Künstlers, fand in ihrer Begrüßung die passenden Worte für das Konzept: Die Werkhalle sei weder klassisches Museum noch typische Galerie, sondern ein eigenständiger Raum, der Kunst in einem größeren Gesamtzusammenhang zeigt.

Werte, die zählen: Ein echtes Generationenprojekt

Den Mittelpunkt des Nachmittags bildeten die persönlichen Reden. Edith Kramer dankte ihrem Mann Bernhard für seine visionäre Kraft, dem Team für den intensiven Einsatz und den Gästen für ihre teils weite Anreise.

Bernhard Kramer führte diesen Gedanken fort und lenkte den Blick auf das Fundament: Er dankte seinen Eltern, die die Basis für das heutige Schaffen gelegt hatten, seinem Cousin und Geschäftspartner Joachim Hirzi, mit dem er das Unternehmen in dritter Generation leitet, sowie Stefan Hinterhölzl, dem Leiter des Planungsbüros. Diese ehrliche Wertschätzung im Saal machte deutlich, dass es sich hier um ein echtes, tief verwurzeltes Generationenwerk handelt.

Die Erweiterung in die Natur

Nach dem offiziellen Teil verlagerte sich das Geschehen in die Landschaft des Aubergs. Bei Rundgängen durch den markanten Baumbestand des Garden of uniqueTrees® erlebten die Gäste die eigentliche Philosophie des Ortes: Hier gibt es kein starres Konzept, sondern einen dynamischen Weg. Hochkultur und Natur verbinden sich ganz entspannt bei einem Spaziergang.

Auch die Kulinarik spiegelte diese Haltung wider. Spitzenkoch Toni Mörwald leitete den Abend persönlich und setzte auf eine präzise, saisonale Küche ohne eitlen Aufwand. Während das aufmerksame Servicepersonal für gefüllte Gläser sorgte, wurden vollreife Sommererdbeeren zum roten Leitmotiv des Nachmittags – unkompliziert, frisch und passend zum Ambiente.

Die Kramer Werkhalle im Überblick

Das Projekt in Zöfing wird vom Verein für Kunst und Gartenkultur getragen. Die Halle zeigt künftig halbjährlich wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und fördert das Zusammenspiel von Kreativität, Architektur und Natur.

HERMANN NITSCH, ZUR BAYREUTH- „WALKÜRE“ 2021 QUELLE: NITSCH FOUNDATION –BAYREUTH WALKÜRE © Philipp Schuster

Aktuelle Ausstellung:

Hermann Nitsch — Walküre läuft bis Oktober 2026 und ist zu den regulären Öffnungszeiten sowie nach Vereinbarung zugänglich.

Interieur & Design:

Die Innenraumgestaltung stammt von Paola Lenti (inklusive des gezeigten Chromatischen Alphabets), die Gefäße im Eingangsbereich von Domani. Beide Marken sind langjährige Partner von Kramer und Kramer.

© Bildmaterial courtesy of Kramer und Kramer. Fotografien: katsey.org

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