Design & Interieur

Snacktime im Garten à la Hollywood

Es gibt diese Bilder, die sofort ein bestimmtes Lebensgefühl auslösen: ein Pool in Palm Springs, eisgekühlte Drinks auf silbernen Tabletts, Sonnenliegen unter gestreiften Schirmen und kleine Snacks, die aussehen, als wären sie direkt vom Set eines Slim-Aarons-Fotos gekommen.

Von Julia Weninger

Genau dieses nostalgische Hollywood-Gefühl erlebt derzeit ein großes Revival – auch im Outdoor-Bereich.

Der Garten wird wieder zur Bühne. Statt klassischer Grillabende geht es um stilisierte Snack-Momente, elegante Table Settings und Accessoires, die an Mid-Century-Villen in Los Angeles erinnern. Besonders gefragt sind dabei Materialien wie Chrom, Glas, lackiertes Metall und farbige Keramik. Dazu kommen gestreifte Stoffe, glänzende Oberflächen und ein Hauch Retro-Glamour.

© Hermes, The Oblist, Net-A-Porter

Die neue Lust am inszenierten Outdoor-Living

Outdoor-Bereiche werden heute ähnlich kuratiert wie Wohnräume. Servierwagen, skulpturale Gläser, Eisschalen oder elegante Snackschalen spielen dabei eine immer größere Rolle. Statt möglichst viel auf den Tisch zu stellen, geht der Trend zu kleinen, perfekt inszenierten Arrangements: Oliven auf silbernen Tellern, gekühlte Trauben, Austern, Mini-Sandwiches oder kunstvoll angerichtete Früchte.

Der Look erinnert bewusst an das alte Hollywood – allerdings moderner interpretiert. Weniger opulent, dafür cleaner, grafischer und oft mit italienischen oder französischen Designreferenzen kombiniert.

Chrom, Streifen und eisgekühlte Drinks

Besonders stark zeigt sich der Trend aktuell bei Outdoor-Möbeln und Accessoires. Sonnenliegen im Stil der 1960er- und 1970er-Jahre erleben ein Comeback, ebenso wie Lounge-Sessel mit niedrigen Silhouetten oder glänzende Metalloberflächen.

© Carrello/ Westwing, Jonathan Adler/ My Therese, Smeraldo/ Ginori1735

Dazu kommen Bar-Accessoires, die fast wie Filmrequisiten wirken: Edelstahl-Eiskübel, skulpturale Cocktailgläser oder Serviertabletts mit Spiegeloberflächen. Farblich dominieren Creme, Buttergelb, Braun, Rot oder Himmelblau – oft kombiniert mit klassischen Cabana-Streifen.

Wichtig ist dabei vor allem die Atmosphäre. Der Garten soll weniger perfekt wirken als vielmehr wie ein Ort, an dem jederzeit spontan Gäste auftauchen könnten.

Zwischen Slim Aarons und italienischer Riviera

Der Trend speist sich aus mehreren aktuellen Sehnsüchten: Nostalgie, Eskapismus und der Wunsch nach entschleunigten Luxusmomenten. Gerade in sozialen Medien boomt derzeit eine Ästhetik zwischen Riviera-Chic, Beverly Hills der 70er und mediterranem Sommerfilm.

Dabei geht es nicht um opulenten Luxus, sondern um eine bestimmte Art von Lässigkeit. Ein perfekt arrangierter Snack-Tisch wirkt heute attraktiver als ein formelles Dinner. Kleine Momente werden bewusst zelebriert – vom Nachmittagsdrink bis zur Wassermelone am Pool.

© Maison Flaneur, Chehoma/ Maison en Vogue

Designobjekte werden Teil des Sommer-Settings

Passend dazu verschwimmen die Grenzen zwischen Interior und Outdoor immer stärker. Designklassiker wandern auf Terrassen, skulpturale Leuchten werden outdoorfähig und selbst Geschirr wird zunehmend als Statement-Piece inszeniert.

Besonders beliebt sind derzeit:

  • verspiegelte oder chromfarbene Oberflächen

  • mundgeblasenes Glas

  • gestreifte Textilien

  • niedrige Lounge-Möbel

  • Edelstahl-Servierwagen

  • skulpturale Eisbehälter und Karaffen

  • farbige Cocktailgläser

  • Keramik im Retro-Look

Titelbilder: © Carrello/ Westwing, Net-A-Porter, Hermes

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