
Volumen mit Haltung – Wie „Fat Furniture“ Räume neu definiert
2026 wird weich. Harte Kanten treten in den Hintergrund, organische Linien und großzügige Formen übernehmen das Interior. Der Trend heißt „Fat Furniture“ – Möbel mit Volumen, Präsenz und einer klaren Botschaft: Design darf Raum einnehmen und Geborgenheit ausstrahlen.
Nach Jahren reduzierter, geradliniger Einrichtung entwickelt sich das Interior Design spürbar weiter. „Soft Geometry“ beschreibt Formen, die rund, fließend und beinahe aufgepolstert wirken. Möbel erscheinen voluminös, fast aufgeblasen, ohne dabei an Eleganz zu verlieren.
„Fat Furniture“ steht dabei nicht für Überladung, sondern für bewusst eingesetztes Volumen. Großzügige Silhouetten, weiche Übergänge und skulpturale Proportionen erzeugen eine neue Form von Komfort. Räume wirken einladender, emotionaler und gleichzeitig selbstbewusst. Entscheidend ist die Balance: Statement-Pieces treffen auf ruhige Flächen, starke Formen auf reduzierte Materialien.
Design DE LUXE zeigt exemplarische Stücke, mit denen sich der Trend stilvoll umsetzen lässt.
Digitale Poesie in Blütenform – Hortensia Chair
Der „Hortensia Chair“ von Reisinger Studio ist eines der ikonischsten Beispiele für Fat Furniture. Der Sessel wirkt wie eine überdimensionale Blüte, deren weiche, wolkenartige Struktur den Körper umhüllt.
Ursprünglich digital entworfen, verbindet das Möbelstück virtuelle Ästhetik mit realer Materialität. Die üppige Textur erzeugt Tiefe und Bewegung, während die runde Form Geborgenheit vermittelt. Als Solitär eingesetzt, funktioniert der Stuhl wie eine Skulptur – ideal für großzügige Wohnbereiche oder als bewusst gesetzter Kontrast in minimalistischen Räumen.

© Reisinger Studio
Archaische Weichheit – DOMNA Armchair
Mit dem „DOMNA Armchair“ interpretiert Victoria Yakusha Volumen auf reduzierte, fast archaische Weise. Der Sessel verzichtet auf dekorative Details und lebt von seiner massiven, monolithischen Form.
Die breiten, abgerundeten Armlehnen und die kompakte Silhouette verleihen dem Möbel eine ruhige Kraft. Hier zeigt sich, dass Fat Furniture nicht verspielt sein muss. In naturbelassenen Materialien und gedeckten Farbtönen entsteht ein Statement, das zugleich erdet und schützt. Besonders in klaren, offenen Räumen entfaltet dieses Stück seine volle Wirkung.

© Victoria Yakusha
Verspieltes Volumen – Orsetto 02 Coffee Table
Der „Orsetto 02“ Couchtisch von Studio Twenty Seven, entworfen von Martin Masse, übersetzt den Trend in eine humorvolle, fast cartoonhafte Formsprache.
Seine weichen, bauchigen Beine und die runden Übergänge lassen den Tisch fast lebendig erscheinen. Trotz der massiven Anmutung wirkt das Design leicht und zugänglich. Fat Furniture zeigt sich hier von seiner spielerischen Seite – perfekt, um strengen Interieurs eine emotionale Komponente hinzuzufügen.

© Studio Twenty Seven
Organische Präsenz – Table No.6 von Fábula
Der „Table No.6“ von Fábula setzt auf handwerkliche Perfektion und organische Linien. Die kräftigen, gerundeten Tischbeine verleihen dem Objekt Standfestigkeit, während die weichen Kanten für visuelle Ruhe sorgen.
Im Kontext von Fat Furniture steht dieses Stück für kontrolliertes Volumen. Der Tisch nimmt Raum ein, ohne schwer zu wirken. Besonders in Kombination mit reduzierten Sitzmöbeln entsteht ein spannender Dialog zwischen Masse und Leichtigkeit.
Wie Fat Furniture stilvoll eingesetzt wird
Der Schlüssel liegt im bewussten Kontrast. Voluminöse Möbel benötigen Raum, um zu wirken. Sie sollten nicht mit zu vielen weiteren dominanten Formen konkurrieren. Klare Wandflächen, natürliche Materialien und zurückhaltende Farbkonzepte lassen die weichen Silhouetten zur Geltung kommen.
Texturen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle: Bouclé, Samt, strukturierte Stoffe oder handbearbeitetes Holz verstärken den Eindruck von Tiefe und Komfort. Gleichzeitig verhindert eine reduzierte Farbpalette, dass das Gesamtbild überladen wirkt.
Titelbilder: © Reisinger Studio; © Victoria Yakusha



