
Glas, Farbe, Fantasie: Diese außergewöhnlichen Lampen sind fast schon Kunstobjekte
Lampen sollen heute mehr können als nur Licht spenden. Sie setzen Akzente, bestimmen die Stimmung eines Raumes und werden immer öfter selbst zum Designstatement. Kein Wunder also, dass Lichtdesign derzeit zu den spannendsten Bereichen der Interior-Welt zählt.
Lampen werden immer öfter zu den Stars eines Interieurs. Die neuen Entwürfe setzen nicht nur Räume in Szene, sondern wirken selbst wie Designobjekte. Vor allem Glas erlebt derzeit ein spektakuläres Revival – fernab klassischer Kronleuchter. Stattdessen bestimmen organische Formen, experimentelle Materialien und die Verbindung von Handwerk und Innovation die aktuellen Kollektionen.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefern Draga & Aurel. Das italienische Designerduo präsentierte bei der Dubai Design Week erstmals gemeinsam mit der lokalen Marke Collectional eine Möbel- und Leuchtenserie, die traditionelle Handwerkskunst mit zeitgenössischer Gestaltung verbindet.

© Draga&Aurel
Im Mittelpunkt stehen die voluminösen „Soffio“-Lampen. Die Leuchten bestehen aus transluzenten Glasscheiben und historischen Glaskugeln, die ursprünglich aus Kronleuchtern der 1970er-Jahre stammen. Für das Projekt reisten Draga Obradovic und Aurel K Basedow nach Venedig und arbeiteten dort mit Murano-Glasbläsern zusammen. Alte Fundstücke wurden mit neu geblasenen Elementen kombiniert – ein spannender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Gleichzeitig experimentierte das Duo mit traditionellen Techniken wie Craquelé, Cotisso und Goldblatt-Einsätzen und interpretierte diese neu.
Auch die französisch-libanesische Künstlerin Flavie Audi beschäftigt sich intensiv mit dem Werkstoff Glas. Für die Mailänder Galerie Nilufar entwickelte sie die Leuchte „Luminous Lianas“. Audi, die in London lebt, untersucht in ihrer Arbeit die Schnittstelle zwischen physischer und digitaler Welt. Glas wird dabei zum Symbol einer Zeit, in der virtuelle und reale Räume zunehmend miteinander verschmelzen.

© Flavie Audi
Ihre Arbeiten wirken oft wie Fragmente unbekannter Landschaften oder kosmischer Formationen. Durch irisierende Pigmente, chemische Reaktionen und die Kombination von Glas mit Harzen sowie Edelmetallen entstehen Oberflächen, die gleichzeitig natürlich und futuristisch erscheinen. Die Leuchten strahlen eine beinahe schwerelose Lichtwirkung aus und bewegen sich ästhetisch irgendwo zwischen digitalem Bildschirm und Himmelskörper.
Einen anderen Ansatz verfolgen Paolo Rizzatto und Francesco Librizzi mit „Thalea“ für FontanaArte. Die Serie verbindet farbiges Glas mit Aluminium und greift in ihren Konfigurationen gestalterische Prinzipien der Renaissance auf. Dank eines innovativen Verbindungssystems lassen sich unterschiedliche Schirmvarianten kombinieren. Besonders raffiniert: Die Leuchten verfügen über zwei unabhängig steuerbare Lichtquellen – für diffuses Raumlicht und gezielte Akzentbeleuchtung. Höhenverstellbare Elemente und dimmbare LEDs machen „Thalea“ gleichzeitig hochfunktional.

© Paolo Rizzatto und Francesco Librizzi
Dass Inspiration auch aus dem urbanen Alltag kommen kann, zeigt das Architekturstudio Piovenefabi. Das Büro sorgte mit einer Hommage an die Mailänder Metro bei der Chicago Architecture Biennale für Aufmerksamkeit. Aus dem ursprünglich als Ausstellungsobjekt konzipierten Entwurf entwickelte die belgische Designmarke valerie_objects inzwischen eine ganze „Metro Lamps“-Kollektion.

© valerie_objects
Ausgehend von der ikonischen roten Haltestange der Mailänder U-Bahn entstanden neben der markanten Stehleuchte mehrere verspielte Tischlampen sowie eine Pendelleuchte in verschiedenen leuchtenden Farben.



