Entspanntes Get-Together am Krøyers Plads im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn. © Visit Copenhagen

Trends & Events

Copenhagen – Designed for Everyday Life

Kopenhagen gehört zu jenen Städten, in denen gutes Design keiner großen Geste bedarf. Es prägt Architektur und Interieurs ebenso wie Cafés, Hotels, Handwerk und die kleinen Rituale des Alltags. Für DESIGN DELUXE Journeys öffnen fünf kreative Köpfe aus der Kopenhagener Designszene ihr persönliches Adressbuch und verraten die Orte, die sie selbst inspirieren. Eine kuratierte Reise durch eine Stadt, die Gestaltung ganz selbstverständlich lebt.

Von Linda Pezzei

Es gibt Städte, die Design ausstellen. Und dann gibt es Kopenhagen.

Hier scheint Gestaltung weniger eine Disziplin als vielmehr eine Lebenseinstellung zu sein. Sie zeigt sich nicht nur in Museen, Showrooms oder preisgekrönten Gebäuden, sondern auch in Cafés, Bäckereien, Hotels, der Fahrradinfrastruktur, den Hafenbädern und den kleinen Alltagsritualen. Fast alles wirkt durchdacht, ohne inszeniert zu sein. Es ist schön, ohne aufdringlich zu wirken.

Jedes Jahr im Juni wird diese Mentalität besonders sichtbar. Dann verwandelt sich die dänische Hauptstadt während der „3 Days of Design” in eine offene Bühne für internationale Marken, junge Studios, Architekten, Künstler und Handwerker. Anders als bei klassischen Designmessen findet das Festival nicht hinter den Mauern eines Messegeländes, sondern mitten in der Stadt statt. Historische Gebäude, Innenhöfe, Galerien, Restaurants und Showrooms werden zu temporären Ausstellungsorten und laden dazu ein, Kopenhagen neu zu entdecken. Das Bemerkenswerteste an den „3 Days of Design” ist jedoch, dass die Stadt auch nach dem Festival genau das bleibt, was sie ohnehin ist: ein Ort, an dem gutes Design selbstverständlich zum Alltag gehört.

Wer Kopenhagen besucht, erlebt eine Kultur, in der Architektur, Kulinarik, Handwerk, Kunst und Gastfreundschaft eng miteinander verwoben sind. Zwischen Hafenbecken und Hinterhöfen, Concept Stores und Weinbars, traditionsreichen Designikonen und jungen Kreativen entsteht ein Lebensgefühl, das weit über Ästhetik hinausgeht. Für unseren „Copenhagen Guide” haben wir deshalb nicht nur die Stadt erkundet, sondern auch einige ihrer spannendsten Gestalter gefragt, welche Orte sie selbst besuchen, empfehlen und immer wieder aufsuchen. Entstanden ist eine persönliche Sammlung von Adressen, kuratiert von Menschen, die Kopenhagen nicht nur kennen, sondern aktiv mitgestalten.

What to expect: Eine Stadt, die Gestaltung nicht ausstellt, sondern lebt – zwischen Hafen, Fahrrad, Handwerk, Kulinarik und einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit für gutes Design.

BLOX © Daniel Rasmussen

Blick vom BLOX © Visit Copenhagen

Kopenhagens Architektur entdecken zwischen BLOX und Dansk Arkitektur Center, Frederiksholms Kanal und CopenHill. © Visit Copenhagen

MEET THE LOCALS – Fünf Perspektiven, fünf Zugänge zu Kopenhagen.

Die Auswahl reicht von international renommierten Architekten über multidisziplinäre Designstudios und kreative Marken bis hin zu einer Künstlerin, die sich seit Jahren mit Licht, Raum und Wahrnehmung beschäftigt. Gemeinsam zeigen sie jene Facetten Kopenhagens, die Besucher:innen oft erst auf den zweiten Blick entdecken. Design ist hier Teil des täglichen Lebens – sichtbar in Architektur, Gastfreundschaft, Handwerk, Materialität und den kleinen Ritualen des Alltags.

Ob atmosphärische Innenräume, zeitlose Textilien, kuratierte Begegnungsorte oder ganzheitliche Designkonzepte – diese fünf Stimmen zeigen, warum Kopenhagen weit mehr ist als die Heimat skandinavischer Designklassiker. Sie machen sichtbar, wie eng in der dänischen Hauptstadt Gestaltung, Lebensqualität und kulturelle Identität miteinander verwoben sind.

© Maureen M. Evans/FRAMA

© Christina Augustesen

© Norm Architects

© TAMEKO

1 – AUDO COPENHAGEN

Kaum ein Ort steht derzeit so exemplarisch für das zeitgenössische Kopenhagen wie Audo. Im ehemaligen Handelshaus in Nordhavn verschmelzen Hotel, Restaurant, Designstore, Arbeitsräume und kulturelle Plattform zu einem Gesamterlebnis, das zeigt, wie selbstverständlich Design, Gastfreundschaft und Alltag in Dänemark zusammengedacht werden. Für Design Director Joachim Kornbek Engell-Hansen ist genau diese Verbindung aus Atmosphäre, Funktion und menschlicher Begegnung ein wesentlicher Teil der Kopenhagener Designkultur.

Wenig überraschend führt seine erste Hotelempfehlung ins eigene Haus. Das Audo Boutique Hotel versteht sich weniger als klassisches Hotel denn als bewohnbarer Showroom und kreativer Treffpunkt. Wer eine Alternative sucht, dem empfiehlt Joachim das Hotel Sanders – eines jener Häuser, die den entspannten, kultivierten Charakter Kopenhagens besonders gut einfangen. Kulinarisch fällt seine Auswahl angenehm unprätentiös aus. Fojetta zählt für ihn ebenso zu den spannendsten Adressen der Stadt wie Piola, während Pompette und Vinfar Deli zeigen, wie selbstverständlich Wein, gutes Essen und Nachbarschaftskultur in Kopenhagen zusammenfinden. Es sind Orte, die weniger auf Inszenierung als auf Atmosphäre setzen – und genau deshalb lange in Erinnerung bleiben.

Für Kunst und Kultur führt sein Weg regelmäßig zu Copenhagen Contemporary. Das Museum auf Refshaleøen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Plattformen für zeitgenössische Kunst in Nordeuropa entwickelt und verbindet großformatige Installationen mit einer beeindruckenden industriellen Kulisse am Wasser. Als Designadresse nennt Joachim überraschenderweise nicht einen Showroom, sondern das Designmuseum Danmark. Für ihn ist es jener Ort, an dem sich die Geschichte des dänischen Designs am besten verstehen lässt – und damit auch die kulturellen Grundlagen vieler zeitgenössischer Positionen.

Und wenn er einen Lieblingsort in der Stadt wählen müsste, dann wäre es Assistens Kirkegård. Der historische Friedhof im Stadtteil Nørrebro ist zugleich Park, Rückzugsort und grünes Wohnzimmer der Stadt. Besonders im Mai, wenn die Bäume in sattem Grün stehen und die Kopenhagener zwischen den alten Grabsteinen lesen, spazieren oder picknicken, zeigt sich hier eine Seite der Stadt, die viel über ihre Lebensqualität verrät.

audocph.com/

Kunst und Design mit allen Sinnen erleben: das geht in Kopenhagen vom Audo Boutique Hotel über ...
© Anett Posafalvi

... das Design Museum bis hin zum Copenhagen Contemporary, das u.a. eine Installation von James Turrell zeigt. © Luka Hesselberg

Aftershock, 2021 © James Turrell, Installation view at Copenhagen Contemporary, 2024. Photo by David Stjernholm.jpg

2 – CHRISTINA AUGUSTESEN

Licht ist das Material, mit dem Christina Augustesen arbeitet. Die Architektin, Lichtdesignerin und Künstlerin bewegt sich an der Schnittstelle von Raum, Wahrnehmung und Atmosphäre und untersucht in ihren Arbeiten, wie Licht und Farbe unsere Erfahrung von Architektur prägen. Ihre Installationen schaffen keine spektakulären Effekte, sondern Momente der Aufmerksamkeit – Situationen, in denen man beginnt, Raum, Material und Tageslicht bewusster wahrzunehmen. Kaum überraschend also, dass auch ihr Blick auf Kopenhagen von Licht, Stimmung und sinnlichen Erfahrungen geprägt ist.

Als Ort zum Übernachten empfiehlt sie The Darling im Herzen der Stadt. Das kleine Art & Design Guest House versteht sich als bewohnbare Ausstellung, in der dänische Designklassiker, zeitgenössische Kunst und sorgfältig kuratierte Interieurs zu einem stimmigen Ganzen verschmelzen. Gäste wohnen hier nicht einfach zwischen Designobjekten – sie werden Teil einer räumlichen Erzählung. Für Kaffee und kleine Pausen führt ihr Weg regelmäßig zu Coffee Collective. Die verschiedenen Standorte eint nicht nur die hohe Qualität des Kaffees, sondern auch eine bemerkenswerte Konsequenz in Architektur und Gestaltung. Natürliche Materialien, präzise Details und eine ruhige Atmosphäre schaffen Räume, in denen das Wesentliche im Mittelpunkt steht.

Kulturell zieht es Christina Augustesen an Orte, an denen Raum und Licht eine besondere Rolle spielen. Das Designmuseum Danmark bietet einen konzentrierten Einblick in die Geschichte des dänischen Designs und dessen bis heute spürbaren Einfluss auf den Alltag. Im Officinet, einem experimentellen Ausstellungsraum für zeitgenössisches Design, stehen dagegen oft Prozess, Material und Handwerk im Vordergrund. Besonders ans Herz gewachsen ist ihr außerdem das Thorvaldsens Museum – ein Ort, an dem Tageslicht, farbige Wände und Skulpturen eine beinahe meditative Atmosphäre erzeugen. Wer Kopenhagen jenseits der bekannten Designadressen entdecken möchte, sollte laut Christina unbedingt Thiemers Magasin besuchen. Die kleine Buchhandlung versteht sich als kuratierter Ort für Literatur, Ästhetik und Gedankenwelten. Ebenso charakteristisch für die Stadt ist Jægersborggade in Nørrebro. Die Straße vereint Keramikateliers, kleine Designläden, Werkstätten, Cafés und Galerien auf engstem Raum und vermittelt wie kaum ein anderer Ort das Gefühl, dass Design hier nicht nur präsentiert, sondern gelebt und produziert wird.

Ihr persönlicher Lieblingsort liegt jedoch etwas außerhalb des Zentrums. Amager Strandpark begleitet sie seit Jahren auf ihren täglichen Spaziergängen. Zwischen Meer, Himmel und wechselndem Licht findet sie jene Ruhe und Offenheit, die auch ihre künstlerische Arbeit prägt. Für sie ist dieser Ort eine tägliche Erinnerung daran, dass die stärksten gestalterischen Erfahrungen oft von der Natur ausgehen – und vom Licht, das alles miteinander verbindet.

christinaaugustesen.com

Jægersborggade © Visit Copenhagen

Jægersborggade © Visit Copenhagen

DANISH MODERN © Designmuseum

3 – FRAMA COPENHAGEN

Wenn eine Marke die kreative Gegenwart Kopenhagens ganzheitlich verkörpert, dann FRAMA. Was einst in der historischen St. Pauls Apotek begann, hat sich zu einem vielschichtigen Universum aus Möbeln, Objekten, Räumen, Gastronomie und kulturellen Begegnungen entwickelt. Dabei geht es nie nur um Produkte, sondern um Atmosphäre, Gemeinschaft und die Frage, wie Gestaltung den Alltag bereichern kann.

Wer FRAMA verstehen möchte, sollte deshalb zunächst die eigenen Orte der Marke besuchen. Die FRAMA Studio Store in Nyboder fungiert als lebendiger Showroom und offenes Haus zugleich – ein Ort, an dem neue Ideen, Materialien und Projekte sichtbar werden. Direkt daneben befindet sich Apotek 57, das von Chefköchin Chiara Barla kuratierte Café, das längst zu einem der beliebtesten Frühstücks- und Lunch-Spots der Stadt geworden ist. Mit Bar Vitrine hat FRAMA sein Verständnis von Gastfreundschaft zuletzt noch erweitert: Die kleine Weinbar im Zentrum Kopenhagens verbindet sorgfältig ausgewählte Naturweine mit einer ebenso reduzierten wie atmosphärischen Gestaltung. Kulinarisch empfiehlt das Team jene Orte, die für die heutige Kopenhagener Esskultur stehen: Barr, das nordische Zutaten mit internationaler Offenheit verbindet, das intime et cetera sowie die beiden Bäckereien Juno und Lille Bakery. Gerade sie zeigen, welche Rolle Handwerk, Qualität und Alltagsrituale in der dänischen Hauptstadt spielen.

Beim Einkaufen fällt die Auswahl entsprechend bewusst aus. Another Aspect steht für zeitlose Menswear mit Haltung, Birrot für sorgfältig kuratierte Vintage-Stücke und mfpen für eine neue Generation dänischer Mode, die Nachhaltigkeit und Ästhetik selbstverständlich zusammendenkt. Wer danach noch einen Kaffee möchte, landet oft bei La Cabra – einer Institution der nordischen Kaffeekultur. Besonders spannend sind die Empfehlungen abseits klassischer Designadressen. So gehört der Grønt Marked, ein regelmäßig stattfindender Bauernmarkt mit regionalen Produzenten, zu den Lieblingsorten des Teams. Ebenso typisch für Kopenhagen: ein Sprung in die Kanäle an einem warmen Sommertag oder ein Besuch im historischen Sofiebadet, wo Badehauskultur und Entschleunigung aufeinandertreffen.

All diese Orte verbindet eine gemeinsame Haltung. Sie zeigen eine Stadt, in der gutes Design nicht als Luxus verstanden wird, sondern als Teil eines bewussten und genussvollen Alltags.

framacph.com/

Apotek 57 eatery
© Daniel Rasmussen

LILLE Bakery
© Daniel Rasmussen

Frama Apothecary
© Thea Løvstad

4 – NORM ARCHITECTS

In den vergangenen Jahren haben nur wenige Studios das Bild des zeitgenössischen dänischen Designs so geprägt wie Norm Architects. Architektur, Interior Design und Produktgestaltung werden hier nicht als getrennte Disziplinen verstanden, sondern als Werkzeuge, um bessere Räume für den Alltag zu schaffen. Entsprechend fällt auch ihr Blick auf Kopenhagen aus: ruhig, atmosphärisch und geprägt von Orten, die mehr über Haltung als über Inszenierung erzählen.

Bei der Frage nach besonderen Unterkünften nennen sie gleich drei sehr unterschiedliche Adressen. Das Audo House in Nordhavn verbindet Hotel, Designdestination und kreativen Treffpunkt unter einem Dach. Das schwimmende Kaj Hotel bringt Besucher dem Wasser näher als fast jede andere Unterkunft der Stadt. Und das Vipp Loft zeigt eindrucksvoll, wie aus einer ehemaligen Industriehalle ein außergewöhnlicher Ort zum Wohnen auf Zeit werden kann. Kulinarisch empfehlen die Architekt eine Mischung aus etablierten Institutionen und entspannten Lieblingsorten. No. 30 steht für saisonale Küche in wohnlicher Atmosphäre, Graziano für authentische toskanische Küche und unkomplizierte Gastfreundschaft. Für Wein und lange Gespräche nennen sie Ved Stranden 10 direkt am Kanal sowie die kleine Lille Blå Vinbar, die mit ihrer entspannten Nachbarschaftsatmosphäre längst Kultstatus erreicht hat.

Für Kunst und Kultur führt ihr Weg regelmäßig ins Louisiana Museum of Modern Art. Kaum ein anderer Ort verbindet Architektur, Landschaft und Kunst so selbstverständlich miteinander. Ebenso wichtig sind die Glyptotek mit ihrem spektakulären Wintergarten, die Grundtvigskirche als Meisterwerk dänischer Backsteinarchitektur sowie der stille Garten der Königlichen Bibliothek mitten im Zentrum der Stadt.

Wer Kopenhagens Designszene verstehen möchte, sollte laut Norm Architects außerdem einige der wichtigsten kuratierten Adressen besuchen. Dazu zählen The Apartment, das Wohnen und Sammeln auf inspirierende Weise verbindet, der Louisiana Design Store, FRAMA, Tadaima sowie Hvornum – Orte, die zeigen, wie selbstverständlich Design in Kopenhagen Teil des täglichen Lebens ist. Nach ihrem Lieblingsort gefragt, fällt die Antwort bewusst offen aus. Es ist weniger ein einzelner Platz als vielmehr die Stadt selbst: die Kanäle im Sommer, die Cafés und Weinbars im Winter, die Nähe zum Wasser und die Möglichkeit, fast alles mit dem Fahrrad zu erreichen. Genau dieses Zusammenspiel aus Lebensqualität, Gestaltung und Alltagskultur macht Kopenhagen für Norm Architects zu einem der inspirierendsten Orte Europas.

normcph.com

VIPP Loft Copenhagen © VIPP

© Sunday-S Gallery 

© HVORNUM

5 – TAMEKO

Mit TAMEKO gehört auch eine der jüngeren Stimmen der Kopenhagener Designszene zu unseren Local Guides. Die von Dominika Leveau und Chim Scavenius-Sonne Schmidt gegründete Marke entwickelt zeitlose Textilien und Wohnaccessoires, die sich weniger an Trends als an Ritualen, Materialität und dem täglichen Leben orientieren. Ihre Arbeiten zeigen, wie eng Wohlbefinden, Atmosphäre und Gestaltung miteinander verbunden sein können – eine Haltung, die sich auch in ihren Empfehlungen für Kopenhagen widerspiegelt.

Bei der Wahl ihrer Lieblingshotels suchen die beiden nicht nach spektakulären Statements, sondern nach Orten mit Charakter. Four Suites überzeugt durch seine intime Atmosphäre und eine zurückhaltende Eleganz, die typisch für Kopenhagen wirkt. Das Admiral Hotel verbindet historische Substanz mit einer sensiblen Renovierung direkt am Wasser. Besonders ans Herz gewachsen ist ihnen jedoch das Hotel Sanders, dessen Gründer Alexander Kølpin einst Balletttänzer war. Die Nähe zu Kunst und Inszenierung spürt man bis heute in jedem Detail – von den Interieurs bis zur Gastfreundschaft.

Kulinarisch fällt ihre Auswahl ebenso vielfältig wie international aus. Calma zählt für sie zu den spannendsten Restaurants der Stadt, während Maison französische Bistrokultur mit zeitloser Atmosphäre verbindet. Locale21 steht für ehrliche italienische Küche, AKME für die spannende Verbindung japanischer und französischer Einflüsse. Mit Transeating findet sich schließlich auch ein Ort auf ihrer Liste, der Kopenhagens Offenheit und internationale Kreativszene exemplarisch widerspiegelt.

Für Inspiration zieht es die beiden regelmäßig ins Designmuseum Danmark, das die Geschichte des dänischen Designs mit zeitgenössischen Perspektiven verbindet. Ebenso wichtig bleibt das Louisiana Museum of Modern Art nördlich der Stadt – ein Ort, an dem Kunst, Architektur, Landschaft und Meer auf einzigartige Weise miteinander verschmelzen.

Beim Shopping bevorzugen sie Orte mit Persönlichkeit und kuratorischer Handschrift. Beau Marché begeistert mit einer eigenwilligen Auswahl französischer Objekte, Another Nué verbindet Mode, Schmuck und Wohnaccessoires zu einer stimmigen Gesamtwelt. F.S. Studio in Frederiksberg wiederum zeigt eindrucksvoll, wie Handwerk, Möbelbau und zeitgenössisches Wohnen zusammenfinden können.

Ihr Lieblingsort in der Stadt ist Frederiksstaden rund um die Marmorkirche. Hier befindet sich auch ihr eigener Showroom. Was sie an diesem Viertel besonders schätzen, ist der Kontrast zwischen historischer Architektur und einer lebendigen Gegenwart, die von Designstudios, Bäckereien, Restaurants und kreativen Unternehmen geprägt wird. Kaum ein anderer Ort zeigt so deutlich, warum Kopenhagen bis heute als eine der spannendsten Designstädte Europas gilt.

tameko.dk

© Office Club Four suites

Akmé © Mathilde Thykier

Louisiana Museum © Kim Hansen

Was diese fünf Perspektiven gemeinsam haben

Sie zeigen Kopenhagen nicht als Designmetropole voller Ikonen, sondern als Stadt, in der Gestaltung selbstverständlich Teil des täglichen Lebens ist. Eine Stadt, in der gutes Design nicht bei Möbeln oder Architektur endet, sondern Cafés, Hotels, Buchhandlungen, Galerien, Parks und sogar den Weg zur Arbeit prägt. Zwischen Hafen und Hinterhof, Designmuseum und Nachbarschaftsbäckerei, historischen Fassaden und kreativen Werkstätten entsteht ein Lebensgefühl, das weit über Ästhetik hinausgeht.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität Kopenhagens: Design wird hier nicht inszeniert, sondern gelebt. Es zeigt sich in den Dingen, die bleiben, in Räumen, die Menschen zusammenbringen, und in einer Kultur, die Schönheit, Funktion und Lebensqualität ganz selbstverständlich zusammendenkt.

Curated City Guides for Design Lovers – by Linda Pezzei.

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