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Warum Herzformen im Interior nicht gleich Kitsch sind
Herzformen im Design werden oft mit Romantik oder Kitsch assoziiert. Doch von klassischen Linien bis zu modernen Interpretationen beweisen ausgewählte Möbelstücke: Das Herz kann subtil, elegant und überraschend funktional ins Wohn- oder Arbeitsumfeld integriert werden, ohne ins Sentimentale zu kippen.
Ob als subtile Silhouette eines Lounge-Chairs, als kunstvoll intarsierte Tischplatte, als organisches Formspiel bei Sitzmöbeln oder als skulpturales Regalobjekt – herzförmige Elemente im Design können weit mehr sein als romantische Klischees. Richtig umgesetzt werden sie zu vielseitigen Gestaltungsmitteln, die Räume prägen, ohne kitschig zu wirken.
Heart Cone Chair von Vitra
Der Heart Cone Chair, entworfen von Verner Panton in den späten 1950er-Jahren, spielt mit der Herzform auf eine unerwartet elegante Weise. Die rückseitige Silhouette der Sitzschale erinnert an ein stilisiertes Herz, ohne übermäßig verspielt zu wirken. Das gepolsterte Sitzkörbchen kombiniert Komfort mit klarer Formensprache, während das minimalistische Edelstahlgestell der Konstruktion eine zeitlose und hochwertige Präsenz verleiht.
Dieses Möbelstück zeigt, wie ein Motiv, das traditionell für Zuneigung steht, durch reduzierte Gestaltung und hochwertige Materialien in einen modernen Entwurf übersetzt werden kann, der sowohl visuell als auch funktional überzeugt.

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Versailles Side Table „Sheraton Heart“ – Jonathan Charles Furniture
Im Gegensatz zum avantgardistischen Lounge-Chair setzt der Sheraton Heart Side Table auf klassische Handwerkskunst: Ein kleiner Beistelltisch im Sheraton-Stil mit fein intarsiertem herzförmigen Deckel, der eine subtile, aber raffinierte Herzanspielung bietet.
Hier fungiert das Herz nicht als Symbol für Kitsch, sondern als historische Verzierung, die dem Möbelstück Charakter verleiht. Die handwerkliche Detailarbeit und klassische Proportionen verorten den Entwurf fest im Kontext traditioneller Möbelästhetik – ein Herz, das Stil statt Sentimentalität spricht.

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Love-Story-Sessel – Sediarreda
Der Love-Story Sessel spielt auf einer anderen Ebene mit Herzmotiven: Die leicht geschwungene Rückenlehne der Love-Variante ist herzförmig, aber in die Gesamtform des Sessels integriert, sodass sie wie ein organischer Bogen wirkt, statt plakativ zu erscheinen.
Mit abgerundeten Linien, fein abgestimmter Polsterung und funktionalen Details wie Rollen und Griff vermittelt dieses Design Komfort und Beweglichkeit. Die Herzform dient hier weniger als Symbol denn als strukturierendes Formelement, das die Ergonomie des Sitzens unterstützt.

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„Cuore“ Bücherregal – Viadurini
Das Cuore Bücherregal interpretiert das Herz ganz anders – als skulpturales Motiv im Massivmaterial. Der Entwurf greift das Thema nicht nur in der Form auf, sondern thematisiert es als verbindendes, tragendes Element im Regal selbst.
Hergestellt aus innovativem Solid-Surface-Material und in verschiedenen Farben erhältlich, fungiert das Regal mehr als Kunstobjekt im Raum denn als bloßes Möbelstück. Es zeigt, wie das Herz als gestaltbildendes Prinzip architektonische Tiefe und visuelle Spannung erzeugen kann, ganz ohne Kitsch-Konnotation.



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