
Vom Wert des Besonderem
Was macht Luxus zeitlos? Eine außergewöhnliche Privatsammlung im Wiener Dorotheum versammelt Ikonen von Cartier und Hermès und zeigt, wie aus meisterhaftem Handwerk, großer Gestaltung und persönlicher Geschichte Objekte von bleibendem Wert werden.
Eine außergewöhnliche deutsche Privatsammlung, die am 22. Oktober im Wiener Dorotheum versteigert wird, führt vor Augen, wie dauerhaft gute Gestaltung sein kann. Hundert ausgewählte Stücke wurden über mehr als 25 Jahre zusammengetragen; für zahlreiche Objekte sind sogar die ursprünglichen Rechnungen erhalten. Für Sammler ist das mehr als eine biografische Fußnote: Dokumentierte Provenienz macht die Geschichte eines Objekts nachvollziehbar und kann gerade bei begehrten Stücken ein wichtiger Teil ihrer Bewertung sein. In diesem Fall zeichnet sie zugleich das Bild einer Sammlung, die nicht kurzfristig nach Marktbewegungen entstand, sondern über Jahrzehnte gewachsen ist.

© Wiener Dorotheum/Cartier

© Wiener Dorotheum/Cartier

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Im Mittelpunkt steht Cartier. Gleich 18 Arbeiten stammen aus der Panthère-Linie, deren Geschichte bis ins Jahr 1914 zurückreicht. Entscheidenden Anteil an ihrer Entwicklung hatte Jeanne Toussaint, die Louis Cartier 1933 an die Spitze der Haute Joaillerie berief. Unter ihrer Ägide verwandelte sich der Panther vom grafischen Motiv in eine plastische Figur und schließlich in eine der unverwechselbarsten Signaturen des Hauses. Bemerkenswert ist dabei, dass eines der heute berühmtesten Luxusmotive eng mit einer Frau verbunden ist, die in einer noch weitgehend männlich dominierten Branche eine außergewöhnliche gestalterische Machtposition innehatte. Die Panthère war damit von Beginn an mehr als Ornament: Sie stand für eine Vorstellung von Eleganz, Eigenständigkeit und Stärke.In der Sammlung begegnet sie als Ring, Armreif, Uhr oder Ohrschmuck, besetzt mit Diamanten, Saphiren und Smaragden. Daneben lenken unbehandelte Farbsteine den Blick auf einen anderen Aspekt von Seltenheit: einen Saphir aus Madagaskar, einen Rubin aus Vietnam und einen Smaragd aus Sambia. Zu den prominentesten Losen zählen ein Cartier-Ring mit einem 5,37-Karat-Diamanten sowie ein Ring mit einem 7,02 Karat schweren Fancy Intense Yellow Diamond.

© Wiener Dorotheum/Hermès

© Wiener Dorotheum/Hermès
Dass die Sammlung nicht beim Schmuck endet, ist Teil ihres Reizes. 17 Taschen von Hermès, darunter Birkin- und Kelly-Modelle, übertragen dieselbe Idee auf ein anderes Feld: Wiedererkennbarkeit entsteht nicht durch kurzfristige Neuheit, sondern durch Proportion, Material, handwerkliche Konsequenz und Kontinuität.