
Save the date: Die wichtigsten Designtermine der neuen Saison
Paris, London, Eindhoven: der internationale Designkalender ist auch diesen Herbst dicht gefüllt. Doch für spannende Entdeckungen muss man nicht weit reisen: Mit dem Design District in der Wiener Hofburg steht auch in Österreich ein besonderer Fixpunkt für Designfans bevor.
Der Designherbst beginnt heuer früh und führt einmal quer durch Europa. Internationale Leitmessen treffen auf urbane Festivals, große Marken auf junge Studios und kuratierte Ausstellungen auf experimentelle Installationen. Besonders spannend: Design verlässt zunehmend die klassischen Messehallen und erobert ganze Stadtviertel, historische Gebäude und öffentliche Räume. Von Paris bis Eindhoven, von London bis Wien – diese Termine sollte man sich jetzt im Kalender markieren.
10.–14. September: Maison&Objet Pulse, Paris
Den Auftakt macht Paris mit einer der wichtigsten internationalen Messen für Interior und Lifestyle. Die Herbstausgabe der Maison&Objet steht 2026 unter dem Motto „Pulse in Motion“ und versteht Design als Energie, Bewegung und Impuls. Gemeinsam mit der Trendagentur NellyRodi wurde ein Konzept entwickelt, das sich durch sieben kuratierte Bereiche zieht und die unterschiedlichen Facetten der aktuellen Designwelt zusammenbringt. Als Botschafter der Ausgabe prägt das spanische Kreativstudio Masquespacio die visuelle Handschrift des Events.
Neben etablierten Marken und Neuheiten rückt die Messe auch die nächste Generation der Branche in den Fokus. Neue Formate wie Future On Stage schaffen Raum für junge Studios und neue Positionen. Mit rund 2.300 vertretenen Marken aus 49 Ländern bleibt Maison&Objet damit einer der großen internationalen Treffpunkte, um neue Entwicklungen im Interior Design frühzeitig zu entdecken.

© Masquespacio
10.–19. September: Paris Design Week
Parallel zur Maison&Objet verwandelt die Paris Design Week die französische Hauptstadt in eine große Bühne für zeitgenössische Gestaltung. Anders als die Messe konzentriert sich das Festival auf die Stadt selbst: Studios, Galerien, Showrooms und ungewöhnliche Orte werden zu temporären Ausstellungsflächen und machen Design beim Spaziergang durch Paris erlebbar.
2026 steht die Veranstaltung besonders im Zeichen einer neuen Generation von Kreativen und des Dialogs zwischen Handwerk, Material und Objekt. Das Programm reicht von etablierten Namen bis zu aufstrebenden Talenten und verbindet historische Architektur mit neuen gestalterischen Ideen. Wer im September nach Paris reist, kann mit einem Besuch beide Formate verbinden – und bekommt damit innerhalb weniger Tage einen besonders umfassenden Einblick in die internationale Designszene.

Paris Design Week © Santa&Cole Cirio Chandelier
12.–20. September: London Design Festival
London folgt unmittelbar danach mit der 24. Ausgabe des London Design Festival. Neun Tage lang wird die Stadt erneut zum Treffpunkt für Architektur, Produktdesign, Kunst und Materialexperimente. Das Festival versteht sich dabei weniger als einzelner Eventort denn als Netzwerk: Über die gesamte Metropole verteilt finden Ausstellungen, Installationen und Sonderprojekte statt.
Zu den ersten angekündigten Highlights zählen 2026 Projekte rund um Licht- und Medienkunst in der St Paul's Cathedral, Klang als Gestaltungsmittel sowie neue Perspektiven auf traditionelles Handwerk. Ergänzt wird das Programm durch elf offizielle Design Districts, die unterschiedliche kreative Szenen Londons sichtbar machen. Gerade diese Verbindung aus internationaler Strahlkraft und lokalen Communities macht den besonderen Reiz des Festivals aus.

© London Design Festival
15.–20. September: Shoreditch Design Week, London
Neu im Londoner Designkalender ist die Shoreditch Design Week, die 2026 erstmals in dieser Form stattfindet. Sie entwickelt das langjährige Format des Shoreditch Design Triangle weiter und bündelt die kreative Energie des Ostlondoner Viertels in einem größeren, eigenständigen Programm. Mit mehr als 100 beteiligten Showrooms, Ausstellungen, Installationen und Veranstaltungen ist Shoreditch zugleich der größte offizielle District des London Design Festival.
Besonders interessant ist die starke inhaltliche Ausrichtung der vier speziellen Ausstellungsformate. Material Matters widmet sich innovativen Werkstoffen, Design at Work untersucht neue Arbeitswelten, House of ICON zeigt unterschiedliche Positionen im Interior Design und ND Selects bringt junge Unternehmen und neue Produkte zusammen. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, Talks und Interventionen im gesamten Viertel – ideal für alle, die Design lieber abseits klassischer Messehallen entdecken.

© Shoreditch Design Week
9.–11. Oktober: Design District, Wien
Der Design District konzentriert die internationale Interior- und Lifestylewelt an einem besonders prominenten Ort: der Wiener Hofburg. Von 9. bis 11. Oktober verwandeln sich die historischen Räume erneut in eine große Erlebniswelt für Interior, Wohnen, Outdoor, Technik, Kunst, Mobilität und Lifestyle.
Doch der Design District versteht sich längst nicht nur als dreitägige Messe. Bereits im Vorfeld soll der Design Herbst Wien und Umgebung stärker als Designlandschaft sichtbar machen. Ausgewählte Showrooms, Hotspots und Partneradressen werden in das Programm eingebunden und laden dazu ein, neue Kollektionen und besondere Orte außerhalb der klassischen Ausstellungsflächen zu entdecken. Damit entsteht ein Format, das Messebesuch und Stadterlebnis miteinander verbindet.
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Design District © Maximilian Lottmann
Der eigentliche Höhepunkt folgt dennoch in der Hofburg. Nationale und internationale Marken präsentieren dort ihre aktuellen Produkte und Wohnwelten inmitten der historischen Säle. Besonders reizvoll ist dabei der Kontrast zwischen kaiserlicher Architektur und zeitgenössischem Design. Statt einer distanzierten Produktschau setzt das Konzept bewusst auf Interaktion: Materialien dürfen angefasst, Möbel ausprobiert und Oberflächen unmittelbar erlebt werden.
Im Mittelpunkt stehen auch 2026 Themen wie Langlebigkeit, hochwertige Materialien, verantwortungsvoller Ressourceneinsatz und handwerkliche Qualität. Neben großen Interior-Marken sollen deshalb auch Manufakturen und kleinere Labels mit Mode, Schmuck, Textilien und besonderen Einzelstücken Teil des Programms sein. Gerade dieses Nebeneinander von internationalem Design und regionalem Handwerk gehört zu den Stärken des Wiener Formats.
www.design-district.at/infos-tickets
Auch Kunst wird über die eigentliche Messe hinaus in die Stadt getragen. Geplant sind erneut U-Bahn-Showrooms, in denen Kunstschaffende ihre Arbeiten im öffentlichen Raum präsentieren. Der Design District erweitert seinen Radius damit bewusst über die Hofburg hinaus und positioniert sich als Plattform für Begegnung zwischen Branche, Kreativszene und designinteressiertem Publikum.
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Design District © Maximilian Lottmann
17.–25. Oktober: Dutch Design Week, Eindhoven
Den Abschluss des Design-Eventkalenders für den Herbst 2026 bildet die Dutch Design Week in Eindhoven. Das Festival zählt zu den spannendsten europäischen Plattformen für experimentelles und zukunftsorientiertes Design und geht 2026 bewusst zurück zu den Ursprüngen des Gestaltens. Das diesjährige Thema lautet R.A.W. – kurz für Rebel, Authentic, Worth. Im Mittelpunkt stehen damit Ideen, die noch nicht perfekt sind, bestehende Systeme hinterfragen und neue Möglichkeiten ausloten.

© Dutch Design Week
Neun Tage lang zeigt Eindhoven die gesamte Bandbreite des niederländischen und internationalen Designs. Rund 2.500 Designer:innen präsentieren ihre Arbeiten an etwa 100 Orten in der Stadt – von ehemaligen Industriegebäuden über Studios bis zu großen Ausstellungsflächen. Neben fertigen Produkten geht es bei der Dutch Design Week vor allem um Prozesse, Experimente und die Frage, wie Design gesellschaftliche Veränderungen mitgestalten kann. Genau das macht Eindhoven zum passenden Schlusspunkt eines Designherbsts, der 2026 stärker denn je auf neue Perspektiven und offene Prozesse setzt.
Titelbild: © Maximilian Lottmann