Kunst & Kultur

Kunst für alle Sinne

Immersive Ausstellungen schaffen Räume, die alle Sinne ansprechen. A.A. Murakamis aktuelle Ausstellung „Beyond the Horizon“ im Copenhagen Contemporary verbindet Technologie und Naturphänomene zu einem Erlebnis zwischen Realität und Fantasie.

Immer öfter finden immersive Ausstellungen ihren Platz in Museen und Galerien. Der Grund dafür: Besucher wollen Kunst nicht mehr nur betrachten, sondern in sie eintauchen. Lichtinstallationen und begehbare Räume schaffen alternative Welten, in denen die Grenze zwischen Kunstwerk und Publikum verschwimmt. Man steht nicht mehr nur vor einer Inszenierung – man befindet sich mitten in ihr. Genau diese Verbindung aus Atmosphäre, Interaktion und Teilhabe macht Formate wie die bekannten Infinity Mirror Rooms von Yayoi Kusama so erfolgreich. Besucherinnen werden selbst Teil des Kunstwerks und damit auch Teil der Geschichte, die es erzählt. Wie Kunst allumfassend zum Leben erwacht, zeigt derzeit die Ausstellung Beyond the Horizon des internationalen Künstlerduos A.A. Murakami im Copenhagen Contemporary in Kopenhagen. Die Ausstellung führt durch mehrere raumgreifende Installationen, in denen Licht, Nebel, Klang und Bewegung miteinander verschmelzen.

In der Installation entstehen schwebende, mit weißem Nebel gefüllte Blasen, die langsam durch den abgedunkelten Raum gleiten und sich nach kurzer Zeit wieder auflösen. Durch Licht, Bewegung und die eigens entwickelte Technologie entsteht eine sich ständig verändernde Inszenierung, die nie zweimal gleich ist. A.A. Murakami verbindet damit zwei scheinbare Gegensätze: die Schönheit unberechenbarer Natur und die Verlässlichkeit technischer Kontrolle. Licht, Bewegung und Raum sind exakt aufeinander abgestimmt. So entsteht ein Naturerlebnis, das zwar künstlich erschaffen wurde, aber trotzdem ein Gefühl von Staunen und Nähe hervorruft und die Grenzen zwischen dem Sichtbaren und dem Vergänglichen verschwimmen lässt.

Immersive Ausstellungen ermöglichen eine kurze Flucht aus dem Alltag, ohne weit reisen zu müssen. Man entscheidet sich bewusst dafür, in eine andere Realität einzutauchen. Die Ausstellung Beyond the Horizon zeigt eindrucksvoll, wie Kunst und Technologie gemeinsam Räume schaffen können, die unsere Sinne herausfordern und unsere Wahrnehmung erweitern. Und wer weiß: Wenn wir uns immer stärker nach solchen Momenten des Staunens und der Entschleunigung sehnen, könnten immersive Elemente vielleicht auch außerhalb von Museen Teil unseres Alltags werden?

© A.A.Murakami/Film und Fotografie von David Stjernholm

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