
Drei Hotels, in denen Kunst den Aufenthalt prägt
Diese drei Häuser – das MACAM Hotel, das Byblos Art Hotel und das Aliée Istanbul – zeigen, wie unterschiedlich Kunst in einem Hotel wirken kann. Mal ruhig und reduziert, mal opulent, mal als temporäre Bühne.
Kunsthotels sind Orte, an denen Gestaltung mehr ist als Dekoration. Sie erzählen Geschichten, öffnen Räume für neue Perspektiven und schaffen Atmosphären, die man nicht so schnell vergisst. Die folgenden drei Häuser setzen diesen Anspruch auf sehr eigene Weise um. Sie bieten nicht nur Komfort, sondern ein Erlebnis, das sich über die Kunst definiert – klar, zugänglich und ohne übertriebene Inszenierung.
MACAM Hotel, Porto – Zeitgenössische Ruhe
Das MACAM Hotel in Porto wirkt wie ein stiller Rückzugsort für Menschen, die Kunst in einer klaren, reduzierten Umgebung schätzen. Die Architektur setzt auf natürliche Materialien und viel Licht. Nichts drängt sich auf, alles wirkt bewusst gesetzt. Die Kunst fügt sich in diese Haltung ein und begleitet den Aufenthalt, ohne ihn zu überladen.
Wechselnde Ausstellungen und Interventionen bringen Bewegung in das Haus. Sie tauchen in öffentlichen Bereichen auf und manchmal auch in den Zimmern. Das MACAM versteht sich als Plattform für zeitgenössische Positionen und als Ort, an dem Gäste Kunst nicht nur betrachten, sondern im Alltag erleben. Wer Porto mit einem Fokus auf Kultur entdecken möchte, findet hier einen ruhigen, inspirierenden Ausgangspunkt.
© Macam Hotel
Byblos Art Hotel, Verona – Klassik und Gegenwart im Dialog
Das Byblos Art Hotel in der Villa Amistà verbindet historische Architektur mit einer beeindruckenden Sammlung zeitgenössischer Kunst. Werke von Jeff Koons, Damien Hirst oder Anish Kapoor prägen die Räume. Sie stehen nicht museal im Mittelpunkt, sondern treten in einen lebendigen Dialog mit der barocken Villa.
Das Interieur von Alessandro Mendini bringt Farbe, Muster und ikonische Designobjekte ins Spiel. So entsteht ein Haus, das sich leicht und spielerisch anfühlt, obwohl es voller Kunstgeschichte steckt. Für Kunstfans ist das Byblos ein Ort, an dem man sich treiben lassen kann – zwischen Epochen, Stilen und Stimmungen.
© Byblos Art Hotel
Aliée Istanbul – Ein Hotel als wandelnde Kunstlandschaft
Das Aliée Istanbul im historischen Werftviertel Tersane setzt Kunst als lebendigen Prozess ein. Mit dem neuen Art Cycle, der von April bis Oktober 2026 stattfindet, entsteht eine temporäre Kunstroute über das gesamte Areal. Die Arbeiten sind bewusst als eigenständige Interventionen gedacht. Sie verändern Räume, lenken den Blick und schaffen neue Atmosphären.
Der Zyklus verbindet Garten, Innenräume und öffentlichen Raum. Giulio Gallana entwickelt eine Land-Art-Intervention im Hasbahçe. Tony Cragg zeigt Skulpturen im Innenhof. Gregor Hildebrandt arbeitet mit Materialität und Erinnerung. Ghada Amer setzt sich mit Identität und Wahrnehmung auseinander. Dazu kommen eine poetische Papierinstallation des Papier Atelier und ein Wandbild von Mantra an der Fassade des Mondaine de Pariso Istanbul. Aslı Ünal, Direktorin für Kunst und Kultur bei Tersane Istanbul, beschreibt die Vergänglichkeit der Werke als Teil ihrer Bedeutung.
Auch abseits des Art Cycle spielt Kunst im Aliée eine zentrale Rolle. Die hauseigene Sammlung, die Courtyard Art Gallery und ein Artist-in-Residence-Programm prägen das Profil des Hauses. Das Design des Powerstrip Studios verbindet historische Elemente mit zeitgenössischen Details. Mit 122 Zimmern, mehreren Restaurants und einem großzügigen Spa ist das Aliée Istanbul ein Ort, an dem Kunst und Gastlichkeit selbstverständlich zusammengehören.
© Aliee Istanbul
Titelbilder: © Aliee Istanbul











