
What’s trending on Instagram? 5 Funde aus dem Netz
Manche Trends wirken wie ein Déjà-vu aus den 1970ern, andere wie Objekte aus einer KI-generierten Traumwelt. Zwischen doppelt gerüschten Sonnenschirmen, skulpturalen Kaffeebechern und einer preisgekrönten Sitzbank haben sich fünf aktuelle Instagram-Funde durchgesetzt, die zeigen, wohin sich Designästhetik und Interior-Inszenierung gerade bewegen.
Wer Instagram derzeit als Trendbarometer für Interior und Design liest, sieht vor allem eines: Objekte müssen heute nicht nur gut gestaltet sein, sie müssen auch im kleinen Quadrat sofort eine Geschichte erzählen.
1. Double Scalloped Umbrella – Retro-Romantik mit maximalem Volumen
Der doppelt gerüschte Sonnenschirm ist einer jener Trends, die gleichzeitig nostalgisch und überraschend modern wirken. Statt nüchterner Outdoor-Formen dominieren weiche Wellenkanten, Pastelltöne und ein fast theatralischer Auftritt. Besonders in Kombination mit Travertin, Rattan und mediterranen Outdoor-Settings sorgt der Look derzeit für hohe Sichtbarkeit auf Instagram.
Warum das funktioniert? Weil Outdoor-Bereiche zunehmend wie Wohnzimmer inszeniert werden. Der Schirm wird nicht mehr als reine Funktion verstanden, sondern als dekoratives Statement – ähnlich wie Textilien oder Leuchten.
© Double Scalloped Umbrella
2. La Luz – Wellen, Licht und „liquid furniture“-Ästhetik
Die Arbeiten von La Luz bewegen sich zwischen Möbel, Leuchte und Kunstobjekt. Organische Formen, glänzende Oberflächen und fließende Konturen erinnern an den „liquid furniture“-Trend, der aktuell stark auf Social Media zirkuliert. Die Objekte wirken bewusst surreal – als würden sie sich gerade noch bewegen.
Interessant ist weniger ein einzelnes Produkt als die Gesamtästhetik: weiche Silhouetten, starke Farbigkeit und eine fast digitale Materialwirkung. Genau diese Mischung aus Handwerk und Instagram-Tauglichkeit macht die Marke derzeit zu einem häufig geteilten Fundstück.

© Carvings/ La Luz
3. Todd Merrill Studio – Der Tisch als Sammlerstück
Collectible Design bleibt ein großes Thema – und der aktuell geteilte Tisch aus dem Umfeld von Todd Merrill Studio ist ein gutes Beispiel dafür. Statt klassischer Möbeltypologie sieht man ein skulpturales Objekt mit starker Materialpräsenz und fast galerietauglicher Wirkung.
Die Reaktion auf Instagram zeigt, wie stark sich die Wahrnehmung von Möbeln verschiebt: Der Tisch wird weniger nach Funktion als nach Sammlerwert, Form und fotografischer Wirkung beurteilt. Genau deshalb landen solche Stücke regelmäßig in Moodboards von Interior- und Architekturaccounts.
© Todd Merrill Studio
4. Chunky Cup & Chunky Mug – Wenn Kaffeebecher zu Designobjekten werden
Die „Chunky“-Objekte von Gustaf Westman gehören seit einiger Zeit zu den sichtbarsten Social-Media-Designphänomenen. Die überzeichneten Griffe, die pastelligen Farben und die bewusst kindlich-skulpturale Form machen aus einem Alltagsgegenstand ein Statement Piece.
Der aktuell geteilte Kaffee-Post zeigt genau das, was Instagram liebt: starke Silhouette, sofort erkennbare Form und ein Objekt, das sowohl im Interior als auch als Accessoire funktioniert. Der Becher wird weniger benutzt als inszeniert und gerade das macht ihn viral.
© Gustaf Westman
5. Espresso-Lampe & Linfa-Bank – die kurioseste und die sinnvollste Idee der Woche
Die Espresso-Lampe gehört in die Kategorie „Warum gibt es das eigentlich?“ und genau deshalb wird sie geteilt. Kaffeemaschine, Tasse und Leuchte verschmelzen zu einem humorvollen Objekt, das irgendwo zwischen Gadget und Pop-Art landet. Solche Entwürfe funktionieren vor allem als visuelle Überraschung.
© Espresso Lampe
Das Gegenstück dazu ist die Linfa-Sitzbank von mmcité: ein preisgekröntes, urbanes Möbelstück, das nicht auf Gag, sondern auf Material, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität setzt. Spannend ist, dass beide Posts auf Instagram Aufmerksamkeit erzeugen, der eine über Kuriosität, der andere über Gestaltungskompetenz.
© mmcité
Was diese fünf Funde gemeinsam haben:
Starke Silhouetten: Ob Schirm, Becher oder Tisch – die Form muss in einer Sekunde erkennbar sein.
Emotion vor Funktion: Humor, Nostalgie oder Überraschung erzeugen Reichweite.
Interior als Bühne: Viele Objekte sind weniger „Gebrauchsgegenstand“ als Teil eines inszenierten Wohnbilds.
Mix aus Collectible und Pop: Hochpreisiges Sammlerdesign steht direkt neben kuriosen Instagram-Gadgets – beide konkurrieren um Aufmerksamkeit im selben Feed.
Titelbilder: © Carvings/ La Luz



