
The White Lotus: Der neue Schauplatz hebt das Design der Serie auf ein neues Level
Frankreich verändert den Look der Kultserie grundlegend. Das Château de La Messardière steht für Luxus, der über Architektur, Interior und Atmosphäre erzählt wird.
Wenn Serienästhetik erwachsen wird. So könnte man designtechnisch die neue Staffel von The White Lotus beschreiben. Serienschöpfer Mike White hat den Kurswechsel bereits angedeutet: weniger überwältigende Landschaft, mehr kultivierte Opulenz. Frankreich wird zur Bühne und das nicht als Postkartenidylle, sondern als präzise kuratierter Designraum, in dem Architektur, Interior und Geschichte gleichberechtigt erzählen.
Ein Hotel mit Mythos und neuer Handschrift
Lange kursierten Gerüchte um mögliche Drehorte, genährt durch die enge Marketing-Partnerschaft von HBO mit einer internationalen Luxushotelkette. Bestätigt wurde schließlich ein anderer Ort: Wie das Filmmagazin Variety berichtet, fiel die Wahl auf das Château de La Messardière.

Das Grandhotel thront über Saint-Tropez, mit Blick auf das Mittelmeer und einer Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert reicht. Sein Wappen ist seit 1669 dokumentiert, Legenden ranken sich um frühere Besitzer wie einen Offizier und eine Künstlerin, bevor 1904 das Anwesen zum Hotel wurde, in den Goldenen Zwanzigern avancierte es mit Salons, Gärten und großzügigen Suiten zum gesellschaftlichen Zentrum der Riviera.
Design als präzise Intervention
Der heutige Glanz ist Ergebnis eines konsequenten Redesigns. 2019 übernahm die LOV Hotel Collection das Haus und positionierte es unter der Marke Airelles neu. Drei Jahre Umbau folgten, verantwortet vom französischen Architekten und Interior Designer Christophe Tollemer, bekannt für seine Arbeiten im historischen Kontext.
Sein Ansatz: Verdichtung statt Vergrößerung. Die Zimmeranzahl wurde auf 108 reduziert, um Raum für 75 neu konzipierte, großzügige Zimmer und Suiten zu schaffen. Drei Signature Suites sitzen in den Türmen des Schlosses, zusätzlich lassen sich in einem separaten Gebäude mehrere Zimmer zu privaten Einheiten mit eigenem Garten verbinden.

Auch die Außenräume wurden als Designlandschaft gedacht: Gärten als Bühne gedacht und Pools als architektonische Ruhepole, Blickachsen auf die Bucht von Pampelonne. Der Service spielt bewusst mit Grandezza.
Für eine Serie, die Räume immer als Spiegel sozialer Dynamiken nutzt, ist das Château de La Messardière eine überaus spannende Location.
(c) Airelles/ Lucas Horenburg



