privat (1).webp?md)
Raum für das echte Leben: Warum Nina Hausott-Eppinger keine perfekten Instagram-Wohnungen baut
Die Wiener Interior-Designerin gibt Einblicke in ihre Projekte. Ein Blick hinter die Kulissen einer Gestalterin, die Trends ignoriert, um echte Rückzugsorte für den stressigen Alltag zu schaffen.
Wer heute ein Zuhause plant, wird meist zuerst nach Stilrichtungen gefragt. Skandinavisch? Minimalistisch? Mid-Century? Für die Wiener Interior-Designerin Nina Hausott-Eppinger beginnt die Gestaltung hingegen mit einer ganz anderen Frage: „Wie möchtest du dich fühlen, wenn du nach Hause kommst?“
Es ist ein Ansatz, der viel über ihre Arbeit verrät. Seit mehr als zehn Jahren entwirft Hausott-Eppinger Wohnräume, Häuser, Büros und Markenwelten in Wien – und zwar nicht entlang kurzfristiger Trends, sondern rund um die Menschen, die darin leben und arbeiten. Ihre Projekte sollen nicht beeindrucken, sondern funktionieren. Und vor allem: sich echt anfühlen.
Die an der renommierten KLC School of Design in London ausgebildete Designerin versteht Räume als Spiegel ihrer Bewohner. Erinnerungen, Reisen, Lieblingsstücke und Lebensphasen finden ebenso Platz wie funktionale Anforderungen des Alltags. Das Ergebnis sind Interieurs, die hochwertig und stilvoll wirken, ohne jemals inszeniert zu erscheinen.
Wohnen für das echte Leben
Hausott-Eppinger gestaltet nicht für perfekte Social-Media-Bilder, sondern für Menschen mit vollem Terminkalender. Für Familien zwischen Business-Calls und Kindergeburtstagen, für Vielbeschäftigte mit hohem Qualitätsanspruch, aber wenig Zeit.
„Ein Zuhause ist nie nur Gegenwart. Es erzählt auch davon, wer wir einmal waren und wohin wir noch möchten“, sagt die Designerin. Entsprechend aufmerksam hört sie ihren Kundinnen und Kunden zu – auch zwischen den Zeilen. Oft entstehen daraus erste Skizzen und Bildwelten, die später die Grundlage des gesamten Projekts bilden.
Ihre gestalterische Handschrift ist dabei klar erkennbar: mutige Farben treffen auf warme Materialien, Vintage auf zeitgenössisches Design, klare Linien auf gelebte Geschichte. Es entstehen Räume mit entspannter Eleganz, die weder geschniegelt noch überladen wirken.
Wenn Komfort auf Charakter trifft
Dass dieser Zugang nicht nur in privaten Wohnräumen funktioniert, zeigen auch Projekte für Unternehmen und Marken wie Vice, Vöslauer oder Obscura. „Ich mixe Charakter mit Komfort!“, fasst Hausott-Eppinger ihren Stil zusammen.
Im Mittelpunkt steht dabei stets die Alltagstauglichkeit. Versteckter Stauraum, langlebige Materialien und intelligente Raumlösungen gehören ebenso zum Konzept wie maßgeschneiderte Einbauten und sorgfältig geplante Lichtstimmungen.
Viele ihrer Auftraggeber wünschen sich ein individuelles Zuhause, möchten den komplexen Planungs- und Umbauprozess jedoch nicht selbst koordinieren. Genau hier setzt das Full-Service-Modell der Designerin an. Von der ersten Idee über die architektonische Planung und Materialauswahl bis hin zur Budgetierung und Koordination sämtlicher Gewerke begleitet sie ihre Projekte bis zum letzten Detail.
Vor allem bei umfassenden Sanierungen, Komplettumbauten und Nutzungsänderungen spielt Hausott-Eppinger ihre Erfahrung aus. Dort, wo Gestaltung, Technik und Organisation ineinandergreifen müssen, fühlt sie sich besonders zuhause.
Vintage mit Geschichte
Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist der bewusste Umgang mit Bestehendem. Vintage versteht Hausott-Eppinger nicht als dekoratives Stilmittel, sondern als festen Bestandteil ihrer Designphilosophie.
Seit Jahren sucht sie auf Flohmärkten, in Lagerhallen und auf digitalen Plattformen nach Möbeln und Objekten mit Vergangenheit. „Vintage bringt etwas mit, das man nicht neu produzieren kann: gelebte Erfahrung“, sagt sie. „Mich interessiert diese Spannung zwischen Alt und Neu, zwischen Eleganz und Eigenwilligkeit.“
Wie das aussehen kann, zeigt ein besonderes Stück in ihrer eigenen Wohnung: ein modulares Sofa der Wiener Werkstätten, das bereits ihre Eltern in den 1980er-Jahren gekauft haben. Nach einer Neuaufpolsterung begleitet es heute die nächste Generation – als Treffpunkt für die Familie, Rückzugsort und Lieblingsplatz zugleich.
Nachhaltigkeit versteht die Designerin dabei nicht als Trendbegriff, sondern als Selbstverständlichkeit. Bestehendes weiterzudenken, Räume neu zu interpretieren und Materialien bewusst einzusetzen – genau darin sieht Nina Hausott-Eppinger die Zukunft zeitgemäßen Wohnens.
Titelbild: © beigestellt
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier (1).webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)
Gabriel Büchelmeier.webp?md)



