
High-End-Segeln: Die schönsten Segelyachten 2026
Vom schwimmenden Palast mit KI-Anbindung bis zum Hochgeschwindigkeits-Trimaran. Die Yacht-Highlights könnten in diesem Jahr vielfältiger nicht sein. Ein Überblick von Design DE LUXE.
Mit der Orient Express Corinthian bekommt die Kategorie Segelyacht 2026 eine neue Dimension. 220 Meter Länge, drei gewaltige, rotierende Masten und eine Segelfläche von 1.500 Quadratmetern machen sie zur größten Segelyacht der Welt. Entwickelt wurde das Projekt von Accor gemeinsam mit der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique, die bislang vor allem für Kreuzfahrtschiffe bekannt ist.
Das Konzept verbindet klassische Seefahrt mit der Logik eines Luxushotels. Insgesamt 54 Kabinen, davon 48 Suiten und sechs Premium-Suiten, verteilen sich über mehrere Decks und öffnen sich mit Panoramablick zum Meer. Fünf Restaurants, darunter „La Table de l’Orient Express“ unter der Leitung von Sternekoch Yannick Alléno, definieren das kulinarische Niveau. Ergänzt wird das Angebot durch acht Bars, ein Spa, einen Pool, ein Kino und ein Detail, das man auf einer Segelyacht nicht erwarten würde: ein professionelles Aufnahmestudio.

© Orient Express
Technologisch ist die Yacht ein Statement. Das sogenannte Solid Sail System nutzt drei kippbare und rotierende Masten, um Windenergie effizienter einzusetzen. Unterstützt wird das durch einen Hybridantrieb auf LNG Basis, der Emissionen reduziert. Hinzu kommen ein KI gestütztes System zur Erkennung von Meeressäugern sowie eine dynamische Positionierung, die das klassische Ankern ersetzt und den Meeresboden schont. Die Jungfernfahrt ist für den Sommer 2026 entlang der französischen und italienischen Riviera geplant.

© Orient Express
CNB 62 – kontrollierter Luxus ohne Crew
Die französische Werft CNB, heute Teil von Solaris Yachts, hat mit der 62er ihre legendäre Bordeaux 60 beerbt: 46 Mal verkauft zwischen 2008 und 2016, ein Maßstab, den kaum eine Yacht dieser Klasse erreicht hat. Die CNB 62 beweist zudem , dass wahre Größe nichts mit der Anzahl der Crewmitglieder zu tun hat. Designer Philippe Briand hat einen Cruiser entworfen, der trotz seiner Dimensionen problemlos von zwei Personen bedient werden kann. Das Interieur von Piaton Yacht Design folgt einer klaren, linearen Formensprache – minimalistisch, aber mit dem unverwechselbaren "Superyacht-Feeling". Besonders gelungen ist die Pantry, die durch ihre tiefere Positionierung optische Unruhe aus dem Sichtfeld des Salons verbannt.

© CNB Yacht Builders
Dragonfly 36: Performance ohne Verzicht
Der Dragonfly 36 zeigt, wie weit sich Performance und Alltagstauglichkeit inzwischen annähern. Der Trimaran, entwickelt von Jens Quorning und seinem Team, wurde über zweieinhalb Jahre hinweg konzipiert und richtet sich an Segler, die Geschwindigkeit wollen, ohne auf Komfort zu verzichten.
Mit einem Topspeed von bis zu 23 Knoten gehört er zu den schnellsten Serienyachten weltweit. Möglich wird das durch eine konsequent auf Effizienz ausgelegte Konstruktion mit Karbonmast, schlanken Rümpfen und sogenannten Wavepiercer Bugs, die auch bei hoher Geschwindigkeit Stabilität bieten.

© Dragonfly
Das zentrale Element ist das weiterentwickelte Swing Wing System. Innerhalb weniger Sekunden lässt sich die Breite der Yacht von über acht Metern auf knapp vier Meter reduzieren, ohne Werkzeug und ohne komplexe Abläufe. Das erleichtert nicht nur das Handling im Hafen, sondern macht den Trimaran insgesamt alltagstauglicher.
Auch das Raumkonzept ist durchdacht. Zwei Kabinen mit Doppelkojen, eine funktionale Pantry und eine großzügige Dinette schaffen ausreichend Komfort für längere Törns. Das Cockpit ist so organisiert, dass die Yacht auch alleine gesegelt werden kann, während Gäste im vorderen Bereich ungestört bleiben.

© Dragonfly
Lagoon 38 denkt Raum neu
Die Lagoon 38 wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Katamaran, ist aber konzeptionell ein deutlicher Schritt nach vorne. Das nutzbare Volumen wurde im Vergleich zum Vorgängermodell nahezu verdoppelt, wodurch sie sogar größere Modelle innerhalb der eigenen Baureihe übertrifft.
Verantwortlich dafür ist ein überarbeitetes Rumpfdesign, das oberhalb der Wasserlinie mehr Breite schafft und gleichzeitig die benetzte Fläche reduziert. Das verbessert nicht nur den Raum, sondern auch die Segeleigenschaften. Anders als üblich befindet sich das Eignerabteil im Vorschiff. Im Heck entsteht dadurch Platz für eine großzügige Nasszelle und zusätzliche Funktionsbereiche.

© Lagoon Katamaran
Eine der stärksten Ideen ist die Verbindung von Innen und Außen. Die Schiebetür zwischen Salon und Cockpit verschwindet vollständig, sodass ein zusammenhängender Wohnbereich entsteht. Sitzgruppen sind so angeordnet, dass Kommunikation und Bewegung fließend funktionieren. Ergänzt wird das durch großzügige Fensterflächen, die den Innenraum mit Licht fluten.
Auch an Deck zeigt sich der Anspruch, mehr aus der Größe herauszuholen. Loungebereiche am Bug, Sonnenflächen am Dach und ein erhöhter Steuerstand bringen Elemente größerer Katamarane in dieses Segment. Gleichzeitig bleibt die Yacht einfach zu segeln, unter anderem durch die serienmäßige Selbstwendefock und die Möglichkeit, zusätzliche Segel wie Code 0 oder Gennaker zu nutzen.

© Lagoon Katamaran
Contest 56CS für lange Strecken
Die holländische Werft Contest zeigt mit der 56CS, wie man ein bereits exzellentes Konzept (die 55CS) perfektioniert. Das markante Hardtop ist hier mehr als nur Schattenspender: Es ist Solarkraftwerk und Wetterschutz zugleich. Dank getönter Glasflächen behält man den Trimm des Großsegels immer im Blick. Kleine, aber entscheidende Details wie die nach außen verlegte Gangway vergrößern die Badeplattform massiv und machen das Handling des Dingis zum Kinderspiel.

© Contest Yachts
Titelbilder: © Orient Express



