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Guter Geschmack endet nicht auf dem Teller: Vitus Winkler im Design-Talk
In St. Veit im Pongau begeistert Vitus Winkler seine Gäste mit seiner alpinen Küche inspiriert aus der Natur. Also ganz klar, dass Design bei ihm nicht im Raum beginnt, sondern draußen: in der Natur, beim Wandern, beim Kräutersammeln. Dort entstehen die Ideen – in der Küche bekommen sie Form.
„Es geht darum, das Richtige wegzulassen. Material spielt dabei eine zentrale Rolle. Vor allem Holz“, so Vitus Winkler. Für Winkler ist es mehr als ein Werkstoff – es ist Verbindung zur Natur. Die sichtbaren Jahresringe, Astlöcher und die lebendige Struktur erzählen Geschichten. In Kombination mit Stein oder Edelstahl entsteht jene Balance, die auch seine Küche prägt.
Winkler ist kein Sammler im klassischen Sinn. Eher ein Minimalist mit einem feinen Gespür für Qualität. Wenige Dinge, dafür die richtigen. Werkzeuge, die bleiben. Dinge, die mit der Zeit schöner werden, weil sie benutzt werden. Weil sie Spuren tragen.
Eines dieser Objekte ist sein erstes richtig gutes Kochmesser. Ein Stück, das ihn seit vielen Jahren begleitet. Für Außenstehende vielleicht nur ein Werkzeug, für ihn ein Erinnerungsanker. Es erzählt vom Anfang, von den ersten Schritten, vom eigenen Weg.

© Vitus Winkler
Und dann gibt es ein zweites Lieblingsstück, das seine Haltung zu Design vielleicht noch klarer auf den Punkt bringt: ein Schneid- und Präsentationsbrett aus Astlocheiche. Ein massives Stück Holz, geprägt von Maserung, Astlöchern und Jahresringen – jedes Brett ein Unikat.
Nichts daran wirkt perfekt im industriellen Sinn, alles wirkt echt. Gleichzeitig ist es hoch funktional: beidseitig nutzbar, auf der einen Seite mit Saftrille, auf der anderen pur. Es ist Werkzeug und Bühne zugleich. Werden darauf Brot, Käse oder Fleisch angerichtet, verändert sich sofort die Wahrnehmung. Das Essen bekommt Gewicht, Präsenz, Wertigkeit.
Für Winkler zeigt sich gutes Design genau hier: wenn Material, Funktion und Ästhetik nicht nebeneinanderstehen, sondern ineinandergreifen.
Titelbild: © Markus Kirchberger




 Inge Prader (1).webp?md)

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