
Energiewende trifft Denkmalschutz: Wie PREFA ein Kirchendach neu denkt
Photovoltaik auf denkmalgeschützten Gebäuden galt lange als Herausforderung – in Nürnberg zeigt PREFA, wie sich historische Architektur und moderne Energietechnologie überzeugend verbinden lassen.
Die Energiewende stellt nicht nur Neubauten vor neue Anforderungen. Gerade historische Gebäude prägen Städte und Identität und genau hier liegt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: Wie lässt sich nachhaltige Energiegewinnung mit dem Erhalt von Kulturgut vereinen?
Ein Projekt von der PREFA Aluminiumprodukte GmbH in Nürnberg liefert darauf eine bemerkenswerte Antwort. Auf dem Dach der denkmalgeschützten Kirche St. Karl Borromäus wurde Bayerns größte Photovoltaikanlage auf einem Kirchendach realisiert, ein Beispiel dafür, wie sich Klimaschutz und Denkmalschutz sinnvoll ergänzen können.
Denkmalgeschützte Architektur neu gedacht
Die Kirche St. Karl Borromäus im Nürnberger Stadtteil Mögeldorf wurde in den Jahren 1926/27 nach den Plänen von Fritz Fuchsenberger errichtet und zählt zu den architektonisch prägenden Sakralbauten der Region.
Im Zuge einer umfassenden Dachsanierung wurde das Gebäude nicht nur erneuert, sondern gleichzeitig energetisch aufgewertet. Rund 800 Quadratmeter Dachfläche wurden mit speziell entwickelten Solardachplatten ausgestattet, die sich harmonisch in die bestehende Architektur einfügen.
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die visuelle Wirkung des expressionistischen Bauwerks zu bewahren. Die Lösung: Photovoltaikmodule, die in Farbe und Struktur an die ursprünglichen Dachschindeln angepasst wurden und so nahezu unsichtbar integriert sind.
Photovoltaik als Teil der Architektur
Im Unterschied zu klassischen Aufdachlösungen sind die verwendeten Systeme vollständig in die Dachfläche integriert. Die Solarmodule ersetzen dabei die ursprüngliche Eindeckung und übernehmen gleichzeitig deren Funktion.
„Die Farbe und Höhe der PV-Module entspricht optisch den alten Schindeln und ist damit denkmalgerecht“, erklärt Projektverantwortlicher Josef Weber. So bleibt der Charakter des Gebäudes erhalten, während gleichzeitig moderne Energiegewinnung möglich wird.
Dieses Prinzip zeigt, wie technische Innovation und gestalterischer Anspruch zusammenwirken können – nicht als Kompromiss, sondern als durchdachte Lösung.
Dimensionen eines zukunftsweisenden Projekts
Die Zahlen verdeutlichen die Größenordnung des Projekts: Insgesamt 1.233 Solarmodule wurden installiert und über rund 4.600 Meter Kabel verbunden. Die Anlage erreicht eine Leistung von etwa 123 kWp und produziert jährlich rund 93 Megawattstunden Strom.
Damit wird nicht nur die Kirche selbst versorgt. Auch angrenzende Gebäude – darunter Kindergarten, Pfarrhaus, Pfarrsaal sowie 38 Wohneinheiten – profitieren künftig von der nachhaltigen Energieversorgung.
Das Projekt zeigt damit exemplarisch, wie kirchliche und öffentliche Gebäude aktiv zur Energiewende beitragen können.
Leichtbau als entscheidender Faktor
Ein wesentliches Kriterium bei der Umsetzung war die Statik des historischen Gebäudes. Gerade bei denkmalgeschützten Bauwerken sind zusätzliche Lasten oft problematisch.
Hier bieten die verwendeten Aluminium-Solardachplatten einen klaren Vorteil: Mit einem Gewicht von rund 13 Kilogramm pro Quadratmeter sind sie deutlich leichter als herkömmliche Dacheindeckungen. Dadurch wird die bestehende Konstruktion entlastet, ohne auf Leistung verzichten zu müssen.
Diese Kombination aus geringem Gewicht und hoher Effizienz macht die Lösung besonders geeignet für sensible Bestandsbauten.
Nachhaltigkeit mit langfristiger Perspektive
Neben der technischen Umsetzung spielt auch die Langlebigkeit eine zentrale Rolle. Die Anlage ist auf eine Nutzungsdauer von mindestens 25 Jahren ausgelegt. Zusätzlich gewährt PREFA eine langfristige Garantie auf Material und Farbe – ein wichtiger Aspekt gerade im Kontext historischer Gebäude.
Die Verbindung aus Beständigkeit, Energieeffizienz und gestalterischer Integration macht das Projekt zu einem Referenzbeispiel für zukünftige Sanierungen im Denkmalbereich.
Ein Modell für die Zukunft
Das Projekt in Nürnberg zeigt, dass Klimaschutz und Denkmalschutz keine Gegensätze sein müssen. Im Gegenteil: Historische Gebäude können aktiv Teil der Energiewende werden, wenn innovative Lösungen konsequent umgesetzt werden.
Mit der Realisierung auf dem Dach der Kirche St. Karl Borromäus gelingt ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Architektur, Technik und Verantwortung zusammenfinden – und damit ein Modell, das weit über die Region hinaus Wirkung entfalten kann.
Bildmaterial: © PREFA | CROCE & WI









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