Architektur & Immobilien

Die Gartenarchitekturtrends 2026 sind wilder, essbarer und ehrlicher: Das kommt jetzt

Während die Sehnsucht nach Natürlichkeit wächst, bleibt der Designanspruch auf höchstem Niveau. Design DE LUXE  hat die wichtigsten Strömungen der Gartenarchitektur 2026 für Sie kuratiert. Mit diesem Artikel erhalten Sie bereits einen exklusiven Vorgeschmack auf die Inhalte der neuen Print-Ausgabe von Design DE LUXE.

Von Birgit Pototschnig

Der klassische Designgarten mit klaren Linien und perfekt geschnittenem Rasen verliert an Bedeutung. Stattdessen entsteht eine neue Gartenkultur, die Gestaltung und Natürlichkeit neu ausbalanciert.

1. Weniger Kontrolle, mehr Natur

Der ökologische Druck trifft auf einen echten Geschmackswandel: Artenreiche Wiesen ersetzen monokulturale Rasenflächen, locker wachsende Sträucher lösen akkurat geschnittene Hecken ab, heimische und mediterrane Gewächse verdrängen exotische Zierpflanzen. Längere Hitzeperioden und Trockenheit zwingen zum Umdenken – aber der Wunsch nach pflegeleichten, klimaresilienten Gärten ist längst keine Notlösung mehr, sondern Programm.

„Der Trend geht hin zu natürlicher Gartengestaltung mit vermehrten Wildstauden, Nutzgehölzen und trockenheitsverträglichen Pflanzen. Generell wird mehr Bepflanzung, Vielfalt sowie ökologischer Mehrwert gesucht und Rasenfläche reduziert", so Thomas Nentwich, Gartenbau Nentwich.

2. Der Garten als Erweiterung des Hauses

Wohnzimmer, Küche, Büro – alles wandert nach draußen. Überdachte Terrassen mit vollausgestatteten Outdoor-Küchen, Lounge-Bereiche mit wetterfesten Sofas, geschützte Garden-Office-Nischen, Pools mit Sauna und Yoga-Deck. Das Klima macht es möglich: Die Saison beginnt im Februar und reicht bis Oktober.

„Oft sitzen Menschen schon im Februar bei den ersten Sonnenstrahlen draußen im Garten und die Saison reicht bis in den Oktober hinein. Deshalb müssen Möbel und Bepflanzungen robust und langlebig sein. Was früher typisch im mediterranen Raum war, prägt heute unsere Konzepte, in denen alles, von der Outdoor-Küche bis zur indirekten Beleuchtung, harmonisch abgestimmt wird", sagt Michaela Nentwich, Gartenbau Nentwich.

3. Der Baum als Skulptur

Solitärgehölze – mit gewachsenem, eigenem Charakter – sind die Stars der neuen Gartenarchitektur. Ihre skulpturale Optik macht sie zu Fixpunkten in der Komposition. Gefragt sind klimaresistente Arten, Olivenbäume, knorrige Feigen, Spalierobst an Hauswänden. Im Winter, wenn die Blätter fallen, werden die gezogenen Äste zur lebendigen Zeichnung.

„Das Thema Pflanze steht wieder ganz klar im Vordergrund, wobei gerade Bäume die Hauptrolle spielen. Pflanzflächen sind zwar definiert und strukturiert, dürfen aber üppig gestaltet sein. Gefragt sind besonders gewachsene Solitärgehölze dank ihrer skulpturalen Optik, darunter vermehrt klimaresistente Arte", erklärt Bernhard Kramer, Kramer und Kramer.

„Säulen- und Zwergobstbäume gewinnen seit einigen Jahren an Bedeutung, denn sie können selbst im Topf und somit auf der Terrasse gehalten werden", so Martin Starkl, Gartencenter Starkl Frauenhofen.

© Starkl

© Starkl

© Lederleitner/Reisner

© Nentwich Gartenbau

4. Foodscaping – wenn Gemüse zum Designelement wird

Der Nutzgarten erlebt eine gestalterische Aufwertung. Das Stichwort: Foodscaping – die bewusste Integration essbarer Pflanzen in ästhetisch durchdachte Beete. Hochbeete aus Cortenstahl oder Lärchenholz, Kräutertröge aus Handkeramik als Raumteiler, Mangold mit bunten Stielen als Kontrapunkt zu Ziergräsern. Die Grenze zwischen Zier- und Nutzgarten löst sich auf.

„Auch hier spielt die Architektur der Immobilie eine wichtige Rolle. Je nach Umfeld entscheidet man das Design: von reduzierten Metall-Hochbeeten, kombiniert mit Solitärtrögen auf einer Wiener Dachterrasse, über farbenfrohe Kräutertröge direkt vor der Küche bis hin zu einem ländlichen Cottage-Gemüsegarten, eingefasst durch mit Kletterrosen berankte Staketenzäune", weiß Hubertus Lederleitner.

„In Form geschnittene oder klein gehaltene Obstgehölze verleihen dabei besondere Akzente und können zu echten Blickfängen werden. Auch Pflanzen wie Artischocken mit ihrem bizarren, distelartigen Wuchs und der eindrucksvollen Blüte setzen wir gerne ein – sie funktionieren sowohl im Beet als auch in Töpfen", so Peter Baumgarten, Gärten mit Charakter.

 5. Kein Stiltrend – sondern Individualität

Was alle Gestalterinnen und Gestalter eint: Der Garten folgt heute keiner Schablone mehr. Er entsteht aus dem Dialog zwischen Architektur, Standort und den Menschen, die darin leben. Naturnahe Materialien – Stein, Holz, Wasser – fügen sich in Pflanzkonzepte, die auf heimische Arten setzen und ein gesundes Mikroklima fördern.

"Ein Garten entsteht nicht nach einem allgemeinen Stiltrend, sondern aus dem Zusammenspiel von Architektur, Natur und den persönlichen Vorstellungen der Auftraggeber:innen. Grundsätzlich verstehen wir den Garten als Erweiterung des Wohnraums, entsprechend orientiert sich unser Design am Charakter des Hauses", sagt Hubertus Lederleitner

"Generell ist dies abhängig von Ort und Objekt, der übergeordneten Gestaltungsidee sowie den inhaltlichen Eckpfeilern im Konzept. Dennoch assoziiert er Garten immer mit ‚Natur' – wenn auch mit lebendigen Elementen inszeniert", so Bernhard Kramer, Kramer und Kramer.

Lesen Sie den vollständigen Artikel mit umfassender Bildstrecke ab 24. April 2026 in der kommenden Print-Ausgabe von Design DE LUXE.

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Titelbild: © Kramer und Kramer /katsey

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