Life & Style

Alles über die Wohnungen und Interiors aus "Der Teufel trägt Prada"

Vom SoHo-Loft bis zum Upper-East-Side-Townhouse: Die Sets aus dem Kultfilm definieren, wie „editorial living“ aussieht. Und: Der Look lässt sich erstaunlich präzise übersetzen.

Von Julia Weninger

Während die Welt auf Der Teufel trägt Prada 2 gewartet hat - auf Miranda Priestlys nächste eiskalte Replik, auf das neue Chaos in der Runway-Redaktion, auf Outfits, die man sich nicht leisten kann und trotzdem will - haben wir uns umgesehen. Nicht auf dem roten Teppich, sondern auf dem Immobilienmarkt

Denn zwischen den messerscharfen Dialogen und den ikonischen Mode-Momenten dienten zwei außergewöhnliche New Yorker Immobilien als eigentliche Stars der Kulisse. Wir werfen einen Blick hinter die Türen von Miranda Priestly und James Holt und zeigen, wie man diesen High-End-Look stylt.

Kürzlich für stolze 26,5 Millionen Dollar verkauft, bleibt das Townhouse in der 129 East 73rd Street an der Upper East Side das ultimative Symbol für New Yorker Prestige. Das 1906 vom Star-Architekten Stanford White entworfene Juwel im Stil der italienischen Renaissance erstreckt sich über fünf Stockwerke und bietet auf über 1.100 Quadratmetern eine Bühne, die Macht atmet.

© Mark Tauber for Brown Harris Stevens

In den Innenräumen, die ursprünglich von Diamond Baratta gestaltet wurden, regiert eine kalkulierte Eleganz. Wer erinnert sich nicht an die ikonische, geschwungene Treppe im Foyer, auf der Andy Sachs nervös das „Manuskript“ ablieferte? Hier dominieren Kalkstein, Marmor und tiefblaue Samtverkleidungen im Esszimmer, die eine Aura von Diskretion und Unnahbarkeit schaffen. Ein besonderes Highlight ist die weitläufige Küche mit ihrem schwarz-weißen Marmorboden im Gingham-Muster – ein klassisches Design-Statement, das bis heute nichts an Modernität verloren hat.

Das SoHo Loft von James Holt

Am anderen Ende der stilistischen Skala, aber nicht weniger beeindruckend, steht das Loft in der 56 Crosby Street (Unit 3A), das derzeit für rund 8,95 Millionen Dollar angeboten wird. Als „James Holts Loft“ wurde es zum Inbegriff des modernen Industrie-Chics. Mit hohen Decken, originalen korinthischen Säulen und einer gigantischen, 120 Fuß langen Backsteinwand ist es das perfekte Refugium für den kreativen Kosmopoliten. Eine Boffi-Küche von Marc Sadler und ein organisch geschwungener, begehbarer Kleiderschrank vervollständigen das Bild einer Immobilie, die selbst Miranda Priestly ein seltenes, anerkennendes Nicken entlockt hätte.

Get the Look

Man benötigt kein Millionenbudget, um die „Runway-Ästhetik“ in die eigenen vier Wände zu holen. Es ist keine Frage des Preises, sondern eine der Kuration und der Haltung.

1. Confident Restraint: Mut zur Lücke

Der Look ist poliert und modebewusst, wirkt aber niemals überladen. Jedes Möbelstück, jede Vase und jedes Kunstwerk muss wirken wie ein sorgfältig ausgewähltes Accessoire zu einem Runway-Outfit. Wahre Eleganz entsteht durch das Weglassen. Setzen Sie auf Qualität statt Quantität – ein einzelnes, exzellentes Design-Stück im Raum wirkt stärker als drei Trends von der Stange.

2. Monochrom mit Statement-Farben

Wählen Sie eine monochrome Basis in Nuancen von Creme, Grau oder tiefem Schwarz, um Ruhe und Professionalität zu erzeugen. Doch dann: Setzen Sie unapologetische Akzente. Ein Sessel in sattem Rot oder das legendäre Cerulean Blue (Himmelblau) bricht die Monotonie und verleiht dem Raum eine redaktionelle Schärfe.

3. Ditch the Big Light: Die Kunst der Beleuchtung

Ein echtes Editorial-Interior kennt kein hartes Deckenlicht. Arbeiten Sie stattdessen mit Schichten. Kombinieren Sie skulpturale Tischlampen, dezente Wandleuchten und weiche Lichtinseln. Licht sollte Architektur und Kunst betonen, nicht einfach nur den Raum hell machen. Es ist der Unterschied zwischen einem Verkaufsraum und einer Galerie.

4. Taktile Opulenz: Materialität erleben

Luxus ist oft das, was man fühlt. Schwere Vorhänge aus Samt oder hochwertigem Leinen, die sanft auf dem Boden „pfützen“ (Puddling), suggerieren sofortige Großzügigkeit. Kombinieren Sie gegensätzliche Texturen: der kühle Glanz von Marmor trifft auf die Wärme von edlem Holz oder die Weichheit von Seidenteppichen.

5. Skulpturale Kurven als Kontrast

Brechen Sie die Härte moderner, geradliniger Architektur durch organische Formen auf. Ein geschwungener Spiegel, runde Polstermöbel oder freischwebende, kurvige Regalsysteme verleihen dem Zuhause eine künstlerische Tiefe, die an die fließenden Linien der Haute Couture erinnert.

Titelbild: © Mark Tauber for Brown Harris Stevens

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