Ein minimalistischer Raum mit einer Treppe, in dem die Kokeshi Stehleuchte mit orangefarbenem Keramikfuß und die skulpturalen Chouchou Hocker und Beistelltische aus glasierter Keramik von Pulpo Products arrangiert sind.
Kunst & Kultur

Wenn Handwerk zu Kunst wird

Das Design-Label Pulpo Products und die Glasmanufaktur Lasvit verbinden traditionelles Glashandwerk mit moderner Kunst. Durch handgegossene Strukturen und monumentale Kristall-Installationen entstehen Lichtobjekte, die weit über reine Funktion hinausgehen.

Skulpturen aus traditionellen Werkstätten

Das deutsche Label Pulpo Products geht bei seinen Entwürfen einen erfrischend ehrlichen Weg. Statt auf makellose, maschinelle Perfektion setzt die Marke bei ihren Leuchten ganz bewusst auf die Zusammenarbeit mit traditionellen, europäischen Glasbläsereien und Keramikwerkstätten. Das Ergebnis sind Objekte, die die Spuren ihrer eigenen Entstehung stolz in sich tragen.

Jede kleine Luftblase und jede unregelmäßige Schicht im handgegossenen Glas dokumentiert den physischen Prozess am brennenden Ofen. Der Moment, in dem das flüssige Material geformt wird, bleibt im Endprodukt dauerhaft konserviert. Diese materialbedingten Unregelmäßigkeiten machen aus einer funktionalen Lichtquelle ein skulpturales Unikat, das dem Raum eine ganz eigenständige Ästhetik verleiht.

© Foto: Pulpo Products

© Foto: Pulpo Products

© Foto: Pulpo Products

Monumentale Glaskunst in Prag

Wie spektakulär diese Verbindung aus Handwerk, Licht und Architektur wirken kann, zeigt sich aktuell in der tschechischen Glaskunst. Für die berühmte Prager St.-Veits-Kathedrale hat das Designstudio Lasvit in rund 14 Jahren Entwicklungszeit eine neue Konzertorgel mitrealisiert. Das Instrument ist mit 180 mundgeblasenen Kristallelementen ausgestattet, die vom Designer Peter Olah entworfen wurden.

Die meterlangen Glasstrukturen sind fest in die sichtbare Prospektfront integriert. Sie wurden so geschliffen und im Raum ausgerichtet, dass sie das wechselnde Tageslicht der gotischen Rosettenfenster auffangen und direkt in das Kirchenschiff zurückwerfen.

© Foto: Igor Zacharov

© Foto: Igor Zacharov

Eine Brücke zwischen Handwerk und Kunst

Beide Ansätze nutzen das traditionelle Handwerk als raumbildendes Element. Das Glas wird zu einer festen Installation, die direkt auf ihre Umgebung reagiert. Wenn die Orgel in der Kathedrale bespielt wird, scheint das reflektierte Licht visuell mit der Musik zu interagieren. Es entsteht eine spürbare Wirkung, die allein durch die präzise Kombination zweier Handwerksdisziplinen erzeugt wird. Diese Objekte sind so gefertigt, dass sie über Generationen hinweg als dauerhafte Raumkunst bestehen bleiben können.

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