Architektur & Immobilien

Vier besondere Hotels für Architekturfans

Von Philippe Starcks surrealer Märchenburg in Metz bis zu Frank Gehrys titanverkleideter Ikone im Rioja – in diesen Hotels schläft man, wo die Architektur-Ikonen, ihre Visionen verwirklicht haben.

Von Julia Weninger

Manche Reisen dreht sich nicht um das Ziel, sondern um das Haus, in dem man schläft. Für Architekturbegeisterte gibt es kaum etwas Schöneres, als in einem Gebäude zu übernachten, das selbst eine Geschichte erzählt.

Maison Heler, Metz

Auf dem Dach eines nüchternen neunstöckigen Betongebäudes im Amphitheater-Viertel von Metz wächst etwas Unerwartetes empor: Türmchen, Giebel, Erker – eine kleine Villa, wie aus einem Grimm'schen Märchen entsprungen. Das ist kein CGI, kein Filmset. Das ist das Ende März 2024 eröffnete Hotel Maison Heler, Teil der Curio Collection by Hilton, und es ist das jüngste Werk von Philippe Starck.

Die Idee dahinter ist so eigenwillig wie das Gebäude selbst. Starck erzählt die Geschichte eines fiktiven Erfinders namens Manfred Heler, eines Träumers und Schöpfers, der eines Tages seine geerbte Villa durch die Kraft seiner Imagination in die Höhe steigen lässt – hinauf über die Stadt. In dieser Geschichte spiegelt Starck auch sich selbst: „In diesem Sinne sind wir uns ähnlich", sagt er über seine Figur.

Die Fassade zitiert die Herrenhausarchitektur des 19. Jahrhunderts, also genau jene Epoche, aus der Metz seinen bemerkenswerten historischen Bestand schöpft – von der Romanik über Jugendstil bis Art déco. Umhüllt ist das aufgesetzte Schlösschen in Metallplatten, ähnlich dem nahegelegenen Centre Pompidou-Metz von Shigeru Ban

© Maison Heler

Hotel Marqués de Riscal, Elciego

Weiter geht es mit Frank Gehrys titanglänzender Weinikone. Im spanischen Weinbaugebiet Rioja steht ein Gebäude, das man von weitem sieht und aus dem Kopf nicht mehr loswird. Das Hotel Marqués de Riscal in Elciego wurde von Frank Gehry entworfen und zählt längst zu den ikonischsten Architekturhotels der Welt. Titanverkleidete Bänder schlängeln sich über das Dach, das Gebäude wirkt wie ein Raumschiff, das neben den historischen Kellereigebäuden aus dem 19. Jahrhundert gelandet ist.

Ursprünglich als reiner Unternehmenssitz für das Weingut Marqués de Riscal geplant, war das Ergebnis schlicht zu außergewöhnlich für einen solch exklusiven Zweck. Heute ist es unter dem Management der Starwood Luxury Collection als Hotel zugänglich. Die Zimmer im Hauptgebäude folgen der organischen Außenlinie des Baus, die Fenster sind nach außen abgeschrägt, der Blick geht durch ein Netz aus Stahlträgern und Titanseilen. Wer im Nebengebäude schläft, hat dafür den schönsten Ausblick der Welt: direkt auf das strahlende Gehry-Haus gegenüber.

© Marriott, Marian D. Wensky

Shebara Resort, Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist nicht der erste Ort, den man mit avantgardistischer Hotelarchitektur verbindet. Das Shebara Resort am Roten Meer ändert das. Als Teil des ambitionierten Red Sea Projects – einer umfassenden Entwicklungsinitiative für die Westküste des Königreichs – setzt das Resort auf eine Architektur, die aus der Natur entstand und ihr gleichzeitig schaden so wenig wie irgend möglich will.

Die 73 Villen sind Meeresperlen nachempfunden: kugelförmig, mit schimmernden Edelstahloberflächen, die Sonne, Wasser und Himmel reflektieren, sodass die Bauten beinahe mit ihrer Umgebung verschmelzen. 38 der Villen stehen direkt über dem Wasser, auf schlanken Pfeilern, unter denen der Meeresboden möglichst unberührt bleibt. Die gesamte Konstruktion wurde fast vollständig außerhalb der Insel vorgefertigt und erst vor Ort montiert – ein konsequenter Ansatz, um den fragilen Korallenriffen keinen Schaden zuzufügen.

Das Nachhaltigkeitskonzept geht weit: Solarpark, eigene Meerwasserentsalzungsanlage und rein elektrische Mobilität.

© Shebara Resort, Saudi-Arabien

Michelberger Hotel, Berlin

Wer denkt, Designhotels seien zwingend teuer, wird im Michelberger Hotel in Berlin eines Besseren belehrt. Das Haus in Friedrichshain kombiniert luxuriöse Suiten mit erschwinglicheren Zimmern und schafft damit eine Offenheit, die zum Geist des Hauses passt. Dazu kommen regelmäßige Live-Konzerte und Kulturveranstaltungen.

Architektonisch spannend ist vor allem die Kategorie „Hideout", gestaltet vom dänischen Architekten Sigurd Larsen. Sein Holzhaus-Einbau unterteilt den Raum in verschiedene Funktionsbereiche und spielt mit einem scheinbaren Widerspruch: Die äußere Hülle ist klar und minimalistisch, das hölzerne Innere dagegen überraschend warm und gemütlich. Gäste schlafen hier, als wären sie in einem Landhaus.

© Vogel Architektur

Titelbilder: © Marriott, Marian D. Wensky, © Shebara Resort, Saudi-Arabien

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