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Spannender Neubau am Rosenhügel
Dass Anpassungsfähigkeit nicht nur für Umbauten relevant ist, zeigt die geplante Rosenvilla von STONE Immobilien im 23. Wiener Gemeindebezirk. Sie ist kein Bestandsprojekt, sondern ein Neubau, deren Raumkonzept einen Gedanken aufgreift, der für die Architektur der Zukunft entscheidend ist: Häuser müssen anpassungsfähig sein.
Ein Gebäude muss nicht verschwinden, damit etwas Neues entstehen kann. Während Architektur über Jahrzehnte vor allem über Neubauten erzählt wurde, rückt heute immer stärker das in den Mittelpunkt, was bereits vorhanden ist: Tragwerke, Fassaden, Raumfolgen, Materialien und die Geschichte eines Ortes.
"Weiterbauen" lautet das Prinzip dahinter. Gemeint ist damit weit mehr als eine klassische Sanierung. Gebäude werden nicht bloß technisch erneuert, sondern räumlich, gestalterisch und funktional neu gedacht. Grundrisse öffnen sich, Dächer werden ausgebaut, neue Baukörper ergänzen alte Strukturen. Ehemalige Büros werden zu Wohnungen, Industriehallen zu Kulturorten und jahrzehntealte Häuser zu zeitgemäßen Lebensräumen.
Der Entwurf beginnt dabei nicht auf einer leeren Fläche, sondern im Dialog mit dem Vorgefundenen.
Bestand oder Kompromiss
Lange galt der Neubau als architektonischer Idealfall: keine schwierigen Grundrisse, keine unbekannten Bauteile, keine früheren Eingriffe, mit denen man umgehen muss. Heute werden gerade diese vermeintlichen Einschränkungen neu bewertet.
Ein vorhandenes Tragwerk, eine ungewöhnliche Raumhöhe oder eine historische Fassade begrenzen zwar die Möglichkeiten. Gleichzeitig geben sie dem Entwurf eine Richtung. Gute Umbauten versuchen deshalb nicht, jede Spur der Vergangenheit zu entfernen. Sie nutzen das, was ein Gebäude unverwechselbar macht.
Das österreichische Architekturbüro Moser und Hager beispielsweise beschreibt diesen Ansatz als „Baugeschichte weiterschreiben und nicht umschreiben“. Der Bestand wird nicht neutralisiert, sondern zum Ausgangspunkt einer neuen architektonischen Idee.
Nostalgiefaktor?
Dabei gehe es nicht um Nostalgie. Denn ein hochwertiger Umbau muss nicht aussehen, als wäre nie etwas verändert worden. Im Gegenteil: Besonders interessant wird Architektur häufig dort, wo Alt und Neu erkennbar bleiben, wenn eine präzise gesetzte Treppe auf eine raue Bestandswand trifft, eine Glasfront eine massive Struktur öffnet oder ein moderner Aufbau ein historisches Gebäude ergänzt.
Was bereits gebaut wurde, hat einen Wert
In jedem bestehenden Gebäude stecken große Mengen an Material, Energie, Arbeitsleistung und Zeit. Diese sogenannte graue Energie geht bei einem Abriss zu einem erheblichen Teil verloren. Selbst ein besonders energieeffizienter Neubau startet deshalb nicht automatisch mit einer besseren Gesamtbilanz.
Für eine realistische Bewertung reicht es nicht, nur den späteren Heizwärmebedarf zu betrachten. Entscheidend ist der gesamte Lebenszyklus: von der Herstellung und dem Transport der Baustoffe über die Errichtung und Nutzung bis zu Instandhaltung, Umbau und einem möglichen späteren Rückbau.
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Wo die vorhandene Substanz tragfähig ist, kann ihr Erhalt ökologisch sinnvoller sein als Abriss und Neubau. Voraussetzung dafür ist eine genaue Analyse. Nicht jedes Gebäude lässt sich mit vertretbarem Aufwand erhalten, und nicht jeder Umbau ist automatisch nachhaltig.
Neben der grauen Energie wird in der Baukulturdebatte deshalb zunehmend von "goldener Energie" gesprochen. Gemeint sind jene kulturellen, sozialen und emotionalen Werte, die sich kaum in Zahlen ausdrücken lassen: vertraute Fassaden, gewachsene Nachbarschaften, lokale Bauweisen oder Räume, die über Jahrzehnte unterschiedliche Nutzungen aufgenommen haben.
Die Ästhetik des Unperfekten
Auch unser Verständnis von Luxus verändert sich, denn hochwertige Architektur muss nicht mehr makellos, neu und vollkommen homogen erscheinen. Patina, Reparaturspuren und gealterte Materialien können einem Raum eine Tiefe geben, die sich im Neubau oft gar nicht herstellen lässt.
So erzählen etwa alter Terrazzoboden, freigelegte Ziegel, Holzbalken oder sichtbare Spuren früherer Umbauten von der Geschichte eines Hauses. Entscheidend ist, wie präzise diese Elemente in ein neues Konzept eingebunden werden. Bleiben sie lediglich als dekorative Kulisse stehen, wirkt das schnell inszeniert. Werden sie dagegen Teil der neuen Nutzung, entsteht eine glaubwürdige Verbindung zwischen den Zeitschichten.
Der Reiz liegt im Kontrast: zwischen rau und präzise, schwer und transparent, alt und neu. Genau diese Spannung macht viele Umbauten interessanter als Räume, die aus einem einzigen gestalterischen Guss entstanden sind.
Gute Umbauten brauchen klare Entscheidungen
Nicht alles, was alt ist, muss erhalten werden. Und nicht jede neue Ergänzung muss sich optisch zurücknehmen. Die Qualität eines Umbaus zeigt sich vor allem in den Entscheidungen: Was kann bleiben? Was muss repariert werden? Was darf verschwinden? Und wo braucht es einen bewusst zeitgenössischen Eingriff?
Am Anfang steht eine genaue Bestandsanalyse. Tragwerk, Materialien, Lichtverhältnisse, Raumfolgen und frühere Veränderungen müssen verstanden werden, bevor der neue Entwurf beginnt. Erst dann lässt sich entscheiden, welche Elemente tatsächlich Qualität besitzen.
Ein gelungener Umbau leistet außerdem mehr als eine technische Modernisierung. Er verbessert die Belichtung, schafft neue Blickbeziehungen, ermöglicht flexiblere Grundrisse oder öffnet zuvor getrennte Bereiche. Gleichzeitig sollte er spätere Veränderungen mitdenken. Denn ein Gebäude ist nicht nachhaltig, wenn es nur für einen einzigen, sehr spezifischen Lebensentwurf funktioniert.
Für morgen planen: die Rosenvilla am Wiener Rosenhügel
Dass Anpassungsfähigkeit nicht nur für Umbauten relevant ist, zeigt die geplante Rosenvilla in der Rosenhügelstraße 224 im 23. Wiener Gemeindebezirk. Sie ist zwar kein Bestandsprojekt, sondern ein genehmigter Neubau. Ihr Raumkonzept greift jedoch einen Gedanken auf, der für die Architektur der Zukunft entscheidend ist: Häuser müssen sich verändern können.
Nachhaltigkeit ist auch eine soziale Frage: Bestandserhalt wird häufig automatisch mit Nachhaltigkeit gleichgesetzt. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Ein ökologisch überzeugender Umbau kann sozial problematisch werden, wenn die Aufwertung eines Gebäudes zu stark steigenden Mieten oder zur Verdrängung der bisherigen Bewohner führt.
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Zur Qualität des Weiterbauens gehört deshalb auch die Frage, wem die Veränderung nützt. Werden neue gemeinschaftliche Räume geschaffen? Bleibt Wohnen leistbar? Lassen sich Gebäude für unterschiedliche Menschen und Nutzungen öffnen? Oder wird der Bestand lediglich zur exklusiven Kulisse?
Wenn Umbau zum Regelfall werden soll, braucht es außerdem neue politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Bauordnungen, Brandschutzbestimmungen, Fördermodelle und Bewertungsverfahren sind vielerorts noch stark auf den Neubau ausgerichtet. Bestehende Gebäude weiterzuentwickeln ist dadurch oft komplizierter, langsamer und mitunter teurer, als sie abzureißen und zu ersetzen.
Die Villa verfügt über rund 440 Quadratmeter Gesamtnutzfläche, davon etwa 323 Quadratmeter Wohnfläche. Sie verteilt sich auf vier Ebenen – vom voll ausgebauten Kellergeschoss bis zum Dachgeschoss. Ein Personenaufzug verbindet sämtliche Stockwerke von der Garage bis unter das Dach.
Im Untergeschoss sind neben Technik- und Lagerräumen ein Weinkeller und ein Fitnessraum vorgesehen. Im Erdgeschoss öffnen sich Wohnbereich, Essplatz und Küche über großzügige Glasflächen zum Garten mit Terrasse und Pool. Das Obergeschoss ist als private Schlafebene geplant: mit Master-Suite, Bad en suite und begehbarer Garderobe sowie zwei Kinderzimmern, die jeweils über ein eigenes Bad verfügen.
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Architektonisch interessanter als die lange Ausstattungsliste ist jedoch das Dachgeschoss. Es kann als Büro, Gästebereich oder separate Wohneinheit genutzt und räumlich vom übrigen Haus getrennt werden. Damit reagiert der Grundriss auf unterschiedliche Lebensphasen: auf Homeoffice, ältere Kinder, Gäste oder das Zusammenleben mehrerer Generationen.
Erdwärmeheizung, Fußbodenheizung und Deckenkühlung sollen für ein gleichmäßiges Raumklima sorgen. Zum Grundstück gehören außerdem ein Eigengarten mit Pool und Wärmepumpe, eine Garage sowie ein weiterer Stellplatz. Angeboten wird das Projekt provisionsfrei direkt vom Bauträger.
Die Rosenvilla ist damit kein Beispiel für das Weiterbauen im klassischen Sinn. Sie zeigt aber, was Neubauten aus der aktuellen Bestandsdebatte lernen können: Räume sollten nicht nur für die Gegenwart geplant werden. Sie müssen offen genug sein, um später umgenutzt, getrennt oder neu organisiert werden zu können. Wer heute baut, sollte bereits daran denken, wie sich das Gebäude morgen weiterbauen lässt.
Bildmaterial: © Die Rosenvilla
Die Rosenvilla von STONE Immobilien
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