Design & Interieur

Smartening Up: Upcycling-Design-Workshops und Pop-Up Intervention im Möbelmuseum Wien

Unter dem Jahresmotto „Smartening Up“ rückt das Möbelmuseum Wien im Jahr 2026 nachhaltiges Denken und kreativen Materialeinsatz in den Fokus. Gemeinsam mit Upcycling-Designerin Ingrid Luttenberger lädt das Museum zu inspirierenden Workshops, einer Pop-Up Intervention und einem eigens konzipierten Nachhaltigkeitspfad ein.

Von Julia Weninger

Nachhaltigkeit beginnt oft mit einem Perspektivenwechsel. Ob in Kunst, Design oder im Alltag: Upcycling steht für die Idee, Vorhandenes bewusst weiterzuverwenden, statt es zu entsorgen. Ganz nach dem Motto: „arbeiten mit dem, was man hat.“

Mit dem Jahresmotto „Smartening Up“ widmet sich das Möbelmuseum Wien 2026 dem kreativen und ressourcenschonenden Umgang mit Materialien. Gemeinsam mit Upcycling-Designerin Ingrid Luttenberger startet ab 2. Mai ein abwechslungsreiches Programm aus DIY-Workshops, Video-Tutorials und einer Pop-Up Intervention. Ziel ist es, Besucher:innen zu zeigen, wie mit einfachen Mitteln und kreativen Ideen neue Designobjekte entstehen können.

Kreativität trifft Nachhaltigkeit

Das Möbelmuseum Wien setzt mit „Smartening Up“ ein klares Zeichen für nachhaltiges Design. Die Initiative zeigt, dass Innovation nicht immer aus Neuem entstehen muss, oft liegt das Potenzial bereits in vorhandenen Materialien und Gegenständen.

In Kooperation mit Ingrid Luttenberger, bekannt unter ihrem Label Selfmaid, werden kreative Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, die ressourcenschonend und gleichzeitig ästhetisch überzeugend sind. Unterstützt wurde das Projekt zudem von Cornelia Juen (Programm-Management und Gestaltung der Pop-Up Intervention) sowie Renate Pölzl (Kulturvermittlung).

Die Workshops und Tutorials vermitteln praxisnah, wie Alltagsmaterialien und ausrangierte Museumsobjekte in funktionale und dekorative Unikate verwandelt werden können. Das Museum möchte damit verdeutlichen, dass nachhaltiges Design unkompliziert sein kann, manchmal genügt ein neuer Blick auf bereits vorhandene Dinge.

© Möbelmuseum Wien

Workshops zum Mitmachen

Besucher:innen haben die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und mit Materialien aus dem Museum – etwa Absperrkordeln, historischen Stoffen oder besonderen Papieren – eigene Objekte zu gestalten.

© Möbelmuseum Wien

Pop-Up Intervention „Upcycling-Design“

Mit der Pop-Up Intervention macht das Möbelmuseum Wien die Idee des Upcyclings unmittelbar erlebbar. Die Ausstellung zeigt kreative Ansätze, die Museumsmaterialien und Alltagsgegenstände in neuem Licht erscheinen lassen.

Aus vermeintlich Überholtem entstehen überraschende Objekte, Gebrauchtes wird zum Unikat und Bestehendes erhält eine neue Zukunft. Die Intervention versteht sich nicht nur als Ausstellung, sondern auch als Einladung zum Umdenken.

Ingrid Luttenberger bringt mit ihrer experimentierfreudigen und praxisnahen Arbeitsweise frische Impulse ein. Ihre Arbeiten zeigen exemplarisch, wie Kreativität zum Motor für Nachhaltigkeit werden kann.

Begleitende Workshops, Video-Tutorials und weitere Programmpunkte laden Besucher:innen dazu ein, selbst aktiv zu werden.

© Möbelmuseum Wien

Nachhaltigkeitspfad in der Dauerausstellung

Mit dem eigens entwickelten Nachhaltigkeitspfad „Neu gedacht – nachhaltig gemacht“ erweitert das Möbelmuseum Wien das Jahresmotto um eine historische Perspektive.

Während die Pop-Up Intervention zeitgenössische Upcycling-Ideen präsentiert, führt der Nachhaltigkeitspfad durch verschiedene Stationen der Dauerausstellung und beleuchtet nachhaltige Prinzipien im Möbeldesign über Jahrhunderte hinweg.

Im Mittelpunkt stehen Themen wie Materialwahl, Verarbeitung, Nutzung und Wiederverwendung. Historische Möbelstücke zeigen, dass Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit und ressourcenschonende Produktion schon lange wichtige Kriterien waren, insbesondere im Umfeld des Wiener Hofes, wo Möbel häufig transportiert und intensiv genutzt wurden.

So wird deutlich: Viele Ideen moderner Nachhaltigkeitskonzepte haben ihre Wurzeln in traditionellen Gestaltungsmethoden.

Ergänzend werden Führungen angeboten, die vertiefende Einblicke ermöglichen.

© Möbelmuseum Wien

Sonderausstellung „Made in Austria“

Die Sonderausstellung „Made in Austria“ widmet sich dem österreichischen Möbeldesign der Nachkriegszeit und erzählt Designgeschichte aus einer neuen Perspektive.

Gezeigt werden repräsentative Möbelstücke der jungen Zweiten Republik, stilvolles Interieur der aufblühenden Espressohaus-Kultur und funktionale Wohnlösungen für breite Bevölkerungsschichten.

In den 1950er Jahren lag modernes Möbeldesign vor allem in den Händen von Architekt:innen. Gleichzeitig führte die Ressourcenknappheit dieser Zeit zu kreativen und innovativen Lösungen im Umgang mit Materialien.

Zu sehen sind unter anderem Entwürfe von Anna-Lülja Praun, Margarete Schütte-Lihotzky, Karl Schwanzer, Roland Rainer und Emil Stejnar.

Die Ausstellung zeigt, wie sehr sich österreichisches Möbeldesign durch handwerkliche Qualität, nachhaltige Materialien und funktionale Gestaltung auszeichnete – auch bei erschwinglichen Produkten.

Inhaltlich steht „Made in Austria“ in engem Dialog mit den beiden Interventionen des Jahresmottos „Smartening Up“. Gemeinsam machen sie sichtbar, dass nachhaltiges Design kein neuer Trend ist, sondern tief in der Designgeschichte verankert ist.

Begleitend findet jeden 3. Sonntag im Monat sowie an Feiertagen um 15:00 Uhr eine Führung statt.

Titelbild quer und hoch : © Möbelmuseum Wien, © SKB

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