Design & Interieur

Slow Living im DACH-Raum: Diese Interior-Studios schaffen Räume für Entschleunigen

Ein Zuhause muss heute oft vieles gleichzeitig sein: Rückzugsort, Arbeitsplatz, Treffpunkt und Ruhepol. Immer mehr Interior-Designer:innen setzen deshalb auf Slow Living, einen Gestaltungsansatz, der nicht Trends in den Mittelpunkt stellt, sondern das Wohlbefinden der Menschen. Vier Studios aus dem DACH-Raum zeigen, wie sich Entschleunigung durch Materialien, Licht und durchdachte Raumkonzepte gestalten lässt.

Von Julia Weninger

Der Begriff Slow Living begegnet einem inzwischen häufig, doch dahinter steckt weit mehr als ein aktueller Wohntrend. Die Idee entstand als Gegenbewegung zu einem immer schnelleren Alltag. Es geht darum, bewusster zu leben, Dinge mit Bedacht auszuwählen und Räume zu schaffen, die nicht überfordern, sondern Ruhe vermitteln. Im Interior Design zeigt sich das durch natürliche Materialien, langlebige Möbel, zurückhaltende Farbwelten und eine Gestaltung, die sich an den Bedürfnissen ihrer Bewohner:innen orientiert. Das Zuhause soll nicht beeindrucken, sondern sich gut anfühlen: Und das jeden Tag aufs Neue.

Franziska Interiors: Wenn Design das Wohlbefinden stärkt

Mit ihrem Ansatz des Salutogenic Design verfolgt Franziska Interiors einen Gestaltungsansatz, der Gesundheit und Wohlbefinden bewusst in den Mittelpunkt rückt. Grundlage ist das salutogenetische Prinzip, das danach fragt, welche Faktoren Menschen stärken und ihnen ein positives Lebensgefühl vermitteln, statt sich ausschließlich auf die Vermeidung von Belastungen zu konzentrieren. Dieses Konzept wird zunehmend auch auf Architektur und Interior Design übertragen.

In den Projekten spiegeln sich diese Überlegungen in einer ruhigen Materialauswahl, harmonischen Farbwelten und einer klaren Raumstruktur wider. Natürliche Oberflächen, durchdachte Lichtkonzepte und eine reduzierte Formensprache schaffen Innenräume, die Geborgenheit vermitteln und langfristig funktionieren. Nicht Dekoration steht im Mittelpunkt, sondern Räume, die den Alltag angenehmer machen und dauerhaft Bestand haben.

© Franziska Interiors

Viktoria Semmler Interiors: Weniger Reize, mehr Wohnqualität

Für Viktoria Semmler bedeutet Slow Living nicht Verzicht, sondern bewusste Gestaltung. Auf ihrer Website beschreibt sie den Ansatz als Einladung, sich von kurzlebigen Trends zu lösen und stattdessen Räume zu schaffen, die Ruhe ausstrahlen und langfristig Freude bereiten. Klare Linien, natürliche Materialien und hochwertige Verarbeitung bilden dabei die gestalterische Grundlage.

Ihre Projekte wirken hell, ausgewogen und wohnlich. Holz, Stein, Leinen und sanfte Naturtöne bestimmen die Atmosphäre. Gleichzeitig wird großer Wert auf funktionale Lösungen gelegt, die Ordnung schaffen, ohne steril zu wirken. So entstehen Wohnräume, die Gelassenheit vermitteln und sich flexibel an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen.

© Viktoria Semmler

Project Slow Living: Zeitlose Räume statt schneller Trends

Bereits der Name Project Slow Living macht deutlich, worum es dem Studio geht. Im Mittelpunkt stehen Innenräume, die bewusst entschleunigen und den Blick auf das Wesentliche lenken. Statt ständig Neues zu kaufen, setzt das Konzept auf langlebige Qualität, sorgfältig ausgewählte Materialien und Möbel, die viele Jahre begleiten können.

Die Gestaltung bleibt bewusst zurückhaltend. Offene Raumstrukturen, natürliche Oberflächen und ein reduziertes Farbkonzept schaffen eine ruhige Atmosphäre. Jedes Element erhält genügend Platz, um wirken zu können. Das Ergebnis sind Wohnräume, die Klarheit vermitteln und sich gleichzeitig warm und einladend anfühlen, ein Gegenentwurf zu schnelllebigen Einrichtungstrends.

© Project Slow Living

Titelbild: © Viktoria Semmler

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