
John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette: So funktioniert der „Love Story“ Look der New Yorker 90er Jahre
Der elegante Minimalismus feiert durch die Serie ein fulminantes Comeback. Design DE LUXE zeigt, auf welche Key Pieces es ankommt.
Kaum ein Paar verkörperte den New Yorker Zeitgeist der 1990er-Jahre so präzise wie John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette Kennedy. Öffentlich omnipräsent, privat konsequent abgeschirmt. Genau diese Spannung macht die Miniserie „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette", seit dem 13. Februar auf Disney+ ausgespielt, so sehenswert. Und das nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern für jeden, der sich für Interiors begeistert.
Was das Produktionsteam in den Kulissen rekonstruiert hat, ist nämlich nichts weniger als eine Blaupause für einen Stil, der gerade überall wieder auftaucht: eleganter Minimalismus, industrielle Materialien, warme Neutraltöne. Die Referenzen sind präzise, die Handschrift erkennbar, und ein bekannter Name steht über allem: Calvin Klein.
Im Zentrum
Im Fokus der Serie steht das New Yorker Hauptquartier von Calvin Klein, wo Carolyn Bessette bis 1996 arbeitete. Wie Production Designer DiGerlando Architectural Digest verraten hat, sei Klein „ein Vorreiter dieses minimalistisch-eleganten Looks der 1990er-Jahre – nicht nur in der Mode, sondern auch bei der Gestaltung seiner Arbeitsräume, Showrooms und Wohnräume."
Für die Rekonstruktion orientierte sich das Team an zwei zentralen Referenzen: dem britischen Architekten John Pawson, einer Schlüsselfigur der Minimalismus-Bewegung, und dem amerikanischen Interior- und Möbeldesigner Joe D'Urso, der die originalen Calvin-Klein-Büros eingerichtet hatte. D'Ursos Markenzeichen: Hightech-Minimalismus, bei dem industrielle Materialien in bürgerliche Räume wandern.
Das Ergebnis sind Räume mit dezenten Wänden, klaren Linien und gezielt platzierten Vintage-Objekten. Die schwarze Stehleuchte etwa ist ein Original von Fortunym, identisch mit dem Stück in Kleins realem Büro. Und Kleins persönlicher Schreibtisch, ein runder Marmortisch mit verchromten Rollen von D'Urso, war laut DiGerlando exakt nachzubauen: „Viele der dortigen Einrichtungsgegenstände, darunter auch der Tisch, waren von D'Urso designt, und wir konnten genau die gleichen finden."
Zwischen studentisch und schick
Schwieriger sei die Rekonstruktion von JFK Jr.s Loft in der 20 North Moore Street in Tribeca gewesen. Die Außenaufnahmen entstanden direkt vor dem realen Gebäude, die Innenräume wurden im Studio nachgebaut, vor allem auf Basis von Immobilienanzeigen, Standbildern aus Edward Burns' Film „Newlyweds" von 2011 sowie Fotos aus dem Kochbuch „Cooking for Madam" von 1998, den Memoiren von Jackie Kennedys Köchin Marta Sgubin.
Die Wohnung galt seinerzeit als eher schlicht. Das Team entschied sich bewusst für eine Aufwertung. "Wir haben versucht, sie schicker zu gestalten. Also haben wir mit verschiedenen Oberflächen gespielt, wie Betonarbeitsplatten, Glasbausteinen, Edelstahl und Chrom", so DiGerlando zu AD.
Herausgekommen sei ein überzeugender 90er-Loft-Look: roh, aber kuratiert mit den Vintage-Stühlen „Anziano", entworfen von John Hutton für Donghia, einer kugelförmige Leinen-Pendelleuchte von Etsy und der „Toio"-Stehleuchte der Castiglioni-Brüder.
Die Farbpalette der New Yorker Upper Class
Während das Loft maskulin und industriell wirkt, zeigen die Wohnungen von Jackie Kennedy und Carolyn Bessette eine weichere Seite des Minimalismus. Hier dominieren Nuancen, die heute als „Quiet Luxury“ gelabelt würden: Rosé, Beige, Pfirsich und gebrochenes Weiß.
Um Jackie Kennedys privates Reich authentisch zu rekonstruieren, dienten Auktionskataloge von Sotheby’s als wichtigste Quelle.
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