Design & Interieur

Die Gen-Z im Design-Check: Von USM Haller, Vitra, Happy Maximalism und kuratiertem Chaos

"Zeig, wie du wohnst, und man weiß, wann du geboren bist": Wer heute auf die falschen Statussymbole setzt, wirkt schnell "von gestern". Design DE LUXE hat das Line-up der angesagten Brands der Gen-Z unter die Lupe genommen.

Von Julia Weninger

Die Zeit, in der man in ein Möbelhaus ging und ein komplettes Schlafzimmer-Set kaufte, ist vorbei. Wer heute Mitte zwanzig oder Anfang dreißig ist, richtet sich anders ein. Da steht das teure Erbstück neben dem flauschigen Sitzsack und das kühle Metallregal neben buntem Kitsch aus dem 3D-Drucker. Es geht nicht mehr darum, dass alles perfekt zusammenpasst, sondern dass es sich nach „zuhause“ anfühlt.

Josh & Matt: Die Ikonen des digitalen Maximalismus

Ihr Haus in Melbourne ist keine gewöhnliche Wohnung, sondern eine quietschbunte Wunderkammer, die weltweit als Blaupause für modernes Wohnen gilt. Auf TikTok lassen einen Josh Jessup und Matt Moss hautnah bei ihrer Schatzsuche nach postmodernem Design dabei sein und haben sich damit als die ultimativen Stil-Vorbilder der Gen-Z etabliert.

© joshandmattdesign

Maximalismus lautet ihr Motto, und je schräger die Entwürfe sind, desto besser. Den beiden geht es um pure kreative Freude; die Wohnung soll kein funktionaler Abstellplatz sein, sondern eine positive Lebenseinstellung widerspiegeln. Mit diesem Ansatz haben sie einen gigantischen Nerv getroffen: Über eine Million Menschen vorwiegend aus der Genz Z folgen @joshandmattdesign mittlerweile und lassen sich von ihrer respektlosen Art, Design-Ikonen neu zu mixen, inspirieren.

Der Vibe: „Happy Maximalism“.: ein buntes, kreatives Chaos, das starre Regeln bricht und das Zuhause in einen Spielplatz verwandelt.

USM Haller: Das Statussymbol für Umzugsprofis

Früher war USM Haller etwas für das Büro des Steuerberaters. Heute ist es der ultimative Beweis dafür, dass man verstanden hat, wie modernes Leben funktioniert. Da die Gen-Z flexibel bleiben muss, liebt sie dieses System aus Stahl und Metallpaneelen. Man kann es zerlegen, erweitern und farblich anpassen. Wer ein USM-Board besitzt, signalisiert: Ich investiere in etwas, das bleibt, egal, wie oft ich die Stadt wechsle.

Der Vibe: „Flex-Industrial“ – ein zeitloses Statussymbol, das zeigt, dass man Qualität versteht, aber trotzdem spielerisch bleibt.

Vetsak: Das Ende der Steifheit

Wer auf einem Sofa sitzt, auf dem man gar nicht richtig liegen kann, hat den Schuss nicht gehört. Vetsak hat das Wohnzimmer in eine Lounge-Area verwandelt. Mit riesigen, weichen Sitzsäcken und Sofas aus Cord oder Samt setzen sie auf maximale Gemütlichkeit. Es ist das Möbelstück für eine Generation, die ihr Zuhause als Rückzugsort vor dem digitalen Stress nutzt und das „Hanging out“ zelebriert.

Der Vibe: „Cloud-Comfort“ – radikale Gemütlichkeit, die das Ende des steifen Sitzens einläutet und zum Versinken einlädt.

Vitra: Ikonen als kulturelle Währung

Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis nach Beständigkeit bestehen – allerdings neu interpretiert.

Klassiker aus dem Vitra-Kosmos fungieren heute weniger als historische Referenzen denn als visuelle Marker. Ein ikonischer Stuhl oder ein charakterstarkes Objekt wird zur Investition in kulturelles Kapital. Ob ein Eames Chair oder der geschwungene Panton Chair, alle diese Stücke sind wie eine hochwertige Uhr: Sie kommen nie aus der Mode.

In Kombination mit dem bunten Mix der restlichen Wohnung sorgen sie dafür, dass der Look nicht nach Kinderzimmer, sondern nach Galerie aussieht. Sie geben dem Chaos die nötige Struktur.

Der Vibe: „Heritage-Cool“! Eine bewusste Entscheidung für Design-Geschichte als Statement gegen die Wegwerf-Kultur.

© VItra, USM Haller, Vetsak

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