
Designklassiker neu aufgelegt: Klassiker von gestern, neu interpretiert
Ikonische Möbelstücke aus den 1960er- und 1970er-Jahren erleben derzeit ein beeindruckendes Comeback.
Einige Designikonen der modernen Möbelgeschichte feiern ein Comeback – neu aufgelegt von namhaften Herstellern und dabei ganz im Zeichen von Zeitgeist und Handwerkskunst. Klassiker aus der Mitte des 20. Jahrhunderts treffen auf aktuelle Produktionstechniken und hochwertige Materialien. Drei herausragende Beispiele zeigen, wie legendäre Entwürfe heute wieder im Fokus stehen – für Wohnräume mit Stil und Charakter.
Die neu aufgelegte Vallée Blanche – elegant entspannen
Eine der bedeutendsten Chaise-Lounge-Gestaltungen der 1960er-Jahre erlebt eine moderne Renaissance: Die Vallée Blanche, ursprünglich von Pierre Guariche entworfen, wird heute von Ligne Roset wieder produziert. Der französische Designer Pierre Guariche gehörte zu den kreativen Köpfen des modernen Möbeldesigns und arbeitete mit klaren, organischen Formen, die Komfort und funktionale Ästhetik vereinen. Das schlanke Profil und die skulpturale Silhouette der Vallée Blanche spiegeln genau diese Haltung wider; sie lädt zum behaglichen Entspannen ein und ist zugleich ein Statement im Raum. Mit ihrem nahtlosen, weich gepolsterten Bezug und der reduzierten Form steht die Neuauflage ganz im Einklang mit dem Original aus dem Jahr 1963 – ein Designklassiker, der Zeitlosigkeit und Komfort vereint.

© ligne roset
Tube Chair von Joe Colombo – flexibel und modular
Ein weiteres ikonisches Stück aus der Designgeschichte ist der Tube Chair, entworfen von dem italienischen Designer Joe Colombo im Jahr 1969. Colombo war bekannt für seine experimentelle, zukunftsorientierte Herangehensweise und gilt als einer der Vordenker des modularen Möbeldesigns. Der Tube Chair besteht aus mehreren zylindrischen Elementen, die sich nach Wunsch zusammenstellen lassen – zwischen Sitz, Rückenlehne oder Liegefläche entstehen so unterschiedliche Konfigurationen. Seine Innovation und Flexibilität machten ihn zu einem Meilenstein des italienischen Designs, der heute bei Cappellini neu interpretiert wird. Der Klassiker ist darüber hinaus in namhaften Designmuseen vertreten, etwa im Museum of Modern Art und im Metropolitan Museum of Art in New York.

© Joe Colombo/ Capellini
Mah Jong Sofa – modulare Freiheit in neuen Farben
Noch vor der Sofa-Normalität entstand in den frühen 1970er-Jahren ein äußerst einflussreiches Sitzsystem: das Mah Jong von Hans Hopfer. Hopfer, Maler, Bildhauer und Möbelgestalter, schuf mit diesem modularen System ein Möbel, das völlig neue Freiheiten in der Raumgestaltung ermöglichte. Anders als klassische Sofas besteht Mah Jong aus vielfach kombinierbaren, handgenähten Kissen, die sich flexibel zu Sitz-, Liege- oder Relax-Bereichen zusammenstellen lassen. Diese Offenheit macht das System bis heute anpassungsfähig – und hat ihm Kultstatus eingebracht. Heute wird der Klassiker von Roche Bobois weitergeführt, oft mit exklusiven Bezugsstoffen oder limitierten Editionen, die an aktuelle Trends im Interior-Design anknüpfen.

© Hans Hopfer/ Roche-Bobois
Diese drei wieder aufgelegten Klassiker zeigen, wie historische Entwürfe auch im 21. Jahrhundert ihre Bedeutung behalten – und wie Designer von gestern mit Herstellern von heute gemeinsame Wege gehen, um ikonische Möbel neu zu interpretieren und in moderne Wohnkonzepte einzubetten.



