(c) Netflix/ Abstract: Design als Kunst

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Binge-Watching für Ästheten: Diese Serien definieren Design neu

Serien und Formate rund um Architektur, Interior und kreative Prozesse erleben gerade ein spürbares Revival: teils neu entdeckt, teils seit Jahren etabliert, aber aktueller denn je. Für Designfans sind sie Inspirationsquelle, Denkraum und Eskapismus zugleich.

Von Julia Weninger

Früher reichte es, wenn im Fernsehen eine Wand gestrichen und ein Sofa verrückt wurde. Heute ist das Publikum anspruchsvoller. Wir wollen wissen, warum ein Gebäude so funktioniert, wie ein Designer tickt und wie man selbst auf wenigen Quadratmetern ein echtes Statement setzt. Einige dieser Formate sind brandneu, andere sind Klassiker, die durch soziale Medien gerade einen zweiten Frühling erleben.

Ein absolutes Phänomen bleibt Queer Eye. Auch wenn es vordergründig um ein komplettes Makeover geht, liefert Interior-Experte Bobby Berk hier die Masterclass in Sachen „Wohnpsychologie“. Er zeigt, dass Design kein Selbstzweck ist, sondern die Basis für das eigene Wohlbefinden. Seine Umbauten sind oft radikal, aber immer nah an der Persönlichkeit der Leute. Es geht nicht um den teuersten Katalog-Look, sondern darum, wie Architektur und Einrichtung dabei helfen können, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Wer es intellektueller mag, kommt an Abstract: Design als Kunst auf Netflix nicht vorbei. Die Serie fühlt sich eher wie ein hochwertiger Bildband an, der zum Leben erweckt wurde. Jede Folge taucht tief in den Kopf eines Kreativen ein. Hier lernt man, dass ein guter Entwurf kein Zufallsprodukt ist, sondern ein oft jahrelanger, extrem komplexer Denkprozess. Die Serie ist visuell so stark produziert, dass sie selbst für Leute, die nichts mit Design am Hut haben, ein optischer Genuss ist.

Die Anti-Norm

Von YouTube-Perlen bis hin zu bizarren Innenwelten.Ein echter Geheimtipp, der gerade die Architektur-Bubble erobert, ist der YouTube-Kanal Open Space. Hier gibt es keinen Moderator, der in die Kamera schreit, sondern ruhige, fast schon meditative Kamerafahrten durch moderne Häuser weltweit. Die Serie lässt der Architektur den Raum, den sie braucht. Man versteht plötzlich, wie Licht durch einen Raum wandert oder warum ein bestimmtes Material an der Fassade den Unterschied macht. Es ist Architektur-Journalismus für das digitale Zeitalter: direkt, ehrlich und ohne unnötigen Lärm.

Wer es lieber etwas exzentrischer mag, sollte sich Amazing Interiors anschauen. Das Konzept ist genial simpel: Häuser, die von außen komplett normal – fast schon langweilig – aussehen, verstecken im Inneren das totale Chaos oder puren Luxus. Ob jemand eine Achterbahn durch sein Wohnzimmer gebaut hat oder ein riesiges Aquarium als Raumtrenner nutzt – die Serie feiert die totale Individualität. Es ist die perfekte Inspiration für alle, denen der skandinavische Einheitslook zu langweilig geworden ist.

Garten-Design als neue Disziplin

Dass Design nicht an der Hauswand aufhört, beweist der Kult um Monty Don. Seine Serie Big Dreams, Small Spaces ist gerade deshalb so erfolgreich, weil sie zeigt, dass man kein Schloss braucht, um einen spektakulären Außenraum zu gestalten. Don ist kein klassischer Moderator, er ist ein Enthusiast, der Gartenbesitzern dabei hilft, Struktur in ihr grünes Chaos zu bringen.

Für alle, die lieber nur zuschauen und träumen, sind seine Reisen durch die Gärten Italiens und Frankreichs perfekt. Hier wird Gartenarbeit als hohe Kunstform der Architektur inszeniert. Es ist die ideale Mischung aus Reise-Doku und Design-Inspiration, die zeigt, wie Landschaft und Architektur seit Jahrhunderten miteinander verschmelzen.

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