
Luxus beginnt beim Material
Was macht ein Automobil heute wirklich wertvoll? Mit dem neuen vollelektrischen BMW i3 zeigt BMW, wie recycelte Werkstoffe und durchdachte Materialkonzepte eine neue Vorstellung von Premiumdesign prägen. Dabei rückt eine Frage zunehmend in den Mittelpunkt: Was geschieht mit den Materialien, wenn ein Fahrzeug eines Tages ausgedient hat?
Luxus lässt sich längst nicht mehr allein an edlen Oberflächen oder aufwendigen Details festmachen. Auch die Herkunft eines Materials und seine mögliche Wiederverwendung gewinnen an Bedeutung. Mit dem neuen BMW i3 greift BMW diesen Wandel auf und verbindet die charakteristische Formensprache der Neuen Klasse mit einem konsequent weiterentwickelten Materialkonzept.
Die vollelektrische Limousine ist das zweite Modell der Neuen Klasse. Bei ihrer Entwicklung spielte der bewusste Umgang mit Ressourcen eine wesentliche Rolle. Unter dem Leitgedanken „Design for Circularity“ verfolgt BMW das Ziel, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten und bereits bei der Konstruktion ihre spätere Wiederverwertung mitzudenken.
Materialien mit Vergangenheit
Wie sich dieser Ansatz gestalterisch übersetzen lässt, zeigt sich besonders im Innenraum. Die Econeer-Sitzbezüge der Ausstattungslinie Essential bestehen aus einem recyclingfähigen Textilverbund. Ihr Obermaterial wird vollständig aus recyceltem PET gefertigt. Auch für den Dachhimmel und weitere textile Innenraumkomponenten kommen wiedergewonnene Rohstoffe zum Einsatz. Bemerkenswert ist dabei weniger die sichtbare Veränderung als der Gedanke hinter der Konstruktion. Die Sitzbezüge wurden so entwickelt, dass sich einzelne Bestandteile später leichter voneinander trennen lassen. Damit schafft BMW bessere Voraussetzungen für eine sortenreine Wiederverwertung.


Selbst ausgediente Fischernetze erhalten im neuen i3 eine neue Aufgabe. Gemeinsam mit recycelten Seilen dienen sie als Ausgangsmaterial für Kunststoffkomponenten unter der Frontklappe. Was ursprünglich für einen völlig anderen Zweck hergestellt wurde, findet auf diese Weise zurück in einen industriellen Materialkreislauf. Auch abseits des sichtbaren Interieurs setzt BMW auf einen veränderten Umgang mit Werkstoffen. Nach Angaben des Herstellers besteht der neue i3 zu rund 30 Prozent aus Sekundärmaterialien. Die Aluminiumgussfelgen enthalten beispielsweise 70 Prozent wiedergewonnenes Aluminium.
Ein besonders anschauliches Beispiel liefert der vordere Stoßfänger. Während beim bisherigen BMW 3er noch 15 unterschiedliche Materialarten zum Einsatz kamen, wurde ihre Zahl beim neuen i3 auf sieben reduziert. Die Vereinfachung soll dazu beitragen, Kunststoffe nach der Nutzung effizienter zu trennen und erneut zu verwerten. Dahinter steht eine grundlegende Überlegung: Je bewusster Materialien bereits in der Entwicklung ausgewählt werden, desto größer ist ihr Potenzial für einen weiteren Lebenszyklus.

Die Zukunft liegt im Detail
Mit dem neuen BMW i3 verändert sich auch der Blick auf die Ästhetik des Automobils. Nachhaltigkeit muss nicht demonstrativ sichtbar sein, um Teil eines hochwertigen Designkonzepts zu werden. Sie kann sich ebenso in einer intelligenten Konstruktion zeigen oder in der Entscheidung, vorhandene Ressourcen erneut zu nutzen. Der BMW i3 ist damit kein vollständig zirkuläres Fahrzeug. Doch die Neue Klasse zeigt, wie sich Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zunehmend in der automobilen Produktentwicklung verankern lassen.
Für das Premiumsegment eröffnet sich damit eine interessante Perspektive. Die Qualität eines Materials bemisst sich künftig womöglich nicht nur daran, wie es aussieht oder sich anfühlt. Entscheidend wird auch sein, welchen Wert es über seine erste Nutzung hinaus behält.
Fotos © BMW Group