Patrician von Lobmeyr: Ikonisches Glasdesign zwischen Wiener Moderne und zeitloser Eleganz

Ein dezentes Glas, das bleibenden Eindruck hinterlässt.

Wer sich mit feinem Glas auskennt, kennt Lobmeyr. Das Wiener Traditionsunternehmen steht seit 1823 für meisterhafte Handwerkskunst und zeitloses Design. Doch während viele Lobmeyr mit opulenten Kristalllustern in Verbindung bringen, ist die „Patrician“-Serie das vielleicht subtilste Meisterwerk der Manufaktur. Sie ist ein Lehrstück in Reduktion, eine perfekte Balance aus Form, Funktion und haptischer Sinnlichkeit.

Die Handschrift von Oswald Haerdtl

Entworfen wurde „Patrician“ im Jahr 1958 von Oswald Haerdtl, einem der bedeutendsten österreichischen Architekten und Designer des 20. Jahrhunderts. Josef Hoffmann, Haerdtls Lehrer und eine zentrale Figur der Wiener Werkstätte, hat ebenfalls ikonische Gläser für Lobmeyr entworfen, darunter die berühmte Serie B (1917), die durch ihre geometrischen Formen und reduzierte Eleganz besticht. Hoffmanns Stil war oft etwas strenger und symmetrischer als Haerdtls weichere, organischere Linienführung.

“ Patrician“ ist ein Ausdruck einer besonderen Haltung: filigran, aber nicht fragil, klassisch, aber nicht nostalgisch.Was macht „Patrician“ aber so besonders? Es ist das Zusammenspiel von Proportion, Material und handwerklicher Exzellenz. Die Trinkgläser werden mundgeblasen und von Hand geschnitten, ihre Wandstärke ist so dünn, dass sie fast schwerelos wirken. Und genau darin liegt die Kunst: Ein Lobmeyr-Glas muss leicht genug sein, um eine feine Eleganz zu vermitteln, aber robust genug, um die Jahrzehnte zu überdauern.

Ein weiteres Detail, das Kenner schätzen: Der leicht konische Kelch von „Patrician“ liegt nicht nur angenehm in der Hand, sondern sorgt auch dafür, dass sich das Aroma des Weines optimal entfaltet.

Heute ist „Patrician“ eine Ikone. Sammler suchen die Serie auf Auktionen, und in feinen Restaurants wie dem „Steirereck“ oder dem „Tantris“ wird desöfteren daraus serviert. J. & L. Lobmeyr produziert die Gläser noch immer nach alter Tradition, mit einer Präzision, die in der industriellen Fertigung unerreichbar bleibt.

(c) Lobmeyer